Indikation
- Prophylaktische oder suppressive Behandlung rezidivierender bakterieller Harnwegsinfektionen.
Wirkmechanismus
- Freisetzung von Formaldehyd im sauren Urin
- Bakterizide Wirkung gegen typische uropathogene Erreger (E. coli, Enterokokken, Staphylokokken)
- Wirksamkeit abhängig vom Urin pH; reduziert bei alkalischem Urin oder ureasebildenden Bakterien
Dosierung
- Erwachsene/Jugendliche ≥12 J.: 1 g 2× täglich
- Katheterpatienten: 1 g 3× täglich
- Kinder 6–12 J.: 0,5 g 2× täglich
Nebenwirkungen
- Übelkeit, Erbrechen, gastrointestinale Beschwerden
- Hautausschlag, Pruritus, Dysurie
- Selten: Albuminurie, Hämaturie
Wechselwirkungen
- Alkalisierende Substanzen/Antazida: vermindern Wirkung durch pH-Erhöhung
- Sulfonamide: Risiko für Kristallbildung → Kombination vermeiden
Kontraindikationen
- Schwere Nieren-/Leberinsuffizienz, Dehydratation
- Metabolische Azidose, Niereninfektionen, Gicht
Schwangerschaft & Stillzeit
- Schwangerschaft: begrenzte klinische Daten
(300–1.000 Fälle), keine Hinweise auf Missbildungen, dennoch vorsorglich vermeiden - Stillzeit: Übergang in Muttermilch; keine Auswirkungen bei üblichen Dosierungen erwartet
- Stillpause von 4 Stunden empfohlen
Studienlage
- Langjährig international eingesetzt
- Randomisierte, doppelblinde Cross-over-Studie:
o 52 Episoden akuter Infektionen insgesamt
o 11 unter Methenaminhippurat vs. 41 unter Placebo












