Kompakt: Neueinführung Cystohipp zur Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen

Cystohipp mit Methenaminhippurat ist ab 1. Juli 2026 zur Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen in Deutschland verfügbar.

Cystohipp-GLO

Indikation

Wirkmechanismus

  • Freisetzung von Formaldehyd im sauren Urin
  • Bakterizide Wirkung gegen typische uropathogene Erreger (E. coli, Enterokokken, Staphylokokken)
  • Wirksamkeit abhängig vom Urin pH; reduziert bei alkalischem Urin oder ureasebildenden Bakterien

Dosierung

  • Erwachsene/Jugendliche ≥12 J.: 1 g 2× täglich
  • Katheterpatienten: 1 g 3× täglich
  • Kinder 6–12 J.: 0,5 g 2× täglich

Nebenwirkungen

  • Übelkeit, Erbrechen, gastrointestinale Beschwerden
  • Hautausschlag, Pruritus, Dysurie
  • Selten: Albuminurie, Hämaturie

Wechselwirkungen

  • Alkalisierende Substanzen/Antazida: vermindern Wirkung durch pH-Erhöhung
  • Sulfonamide: Risiko für Kristallbildung → Kombination vermeiden

Kontraindikationen

  • Schwere Nieren-/Leberinsuffizienz, Dehydratation
  • Metabolische Azidose, Niereninfektionen, Gicht

Schwangerschaft & Stillzeit

  • Schwangerschaft: begrenzte klinische Daten 
    (300–1.000 Fälle), keine Hinweise auf Missbildungen, dennoch vorsorglich vermeiden
  • Stillzeit: Übergang in Muttermilch; keine Auswirkungen bei üblichen Dosierungen erwartet
  • Stillpause von 4 Stunden empfohlen

Studienlage

  • Langjährig international eingesetzt
  • Randomisierte, doppelblinde Cross-over-Studie:
    o 52 Episoden akuter Infektionen insgesamt
    o 11 unter Methenaminhippurat vs. 41 unter Placebo

Hier geht’s zum Langtext: Cystohipp: Neue orale Option zur Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen

Autor:
Stand:
27.07.2026
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