Kardiovaskuläre Erkrankungen sind eine der führenden Todesursachen in Deutschland. Die aktualisierte DEGAM S3-Leitlinie gibt evidenzbasierte Empfehlungen zur Primärprävention in der hausärztlichen Versorgung.
Was ist neu?
- Gemeinsame Entscheidungsfindung mit Patienten wird betont.
- Neue Beratungsanlässe definiert.
- Empfehlungen zur medikamentösen Primärprävention aktualisiert.
- Verweis auf andere Leitlinien für Hypertonie und Vorhofflimmern.
- Patienteninformationen in mehreren Sprachen verfügbar.
- Evidenzbewertung nach GRADE.
Kardiovaskuläre Prävention
Was ist das?
- Maßnahmen zur Vorbeugung von Herz- & Gefäßerkrankungen wie: Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz.
Warum ist das wichtig?
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen = häufigste Todesursache.
- Prävention senkt Mortalität & verbessert die Lebensqualität.
Beratung – Wann und bei wem?
- Ab 35 Jahren bei erhöhtem Risiko (z. B. Rauchen, familiäre Belastung).
- Ab 50 Jahren anlasslos, unabhängig von Risikofaktoren.
- Keine Beratung bei palliativen Situationen oder stark eingeschränkter Lebenserwartung.
Risikoevaluation
- Tools: arriba®, ESC-Charts, PROCAM.
- arriba® empfohlen für partizipative Entscheidungsfindung (zeigt unbehandeltes Risiko und mögliche Verbesserungen).
Lebensstilinterventionen
Basis der Prävention:
- Raucherentwöhnung
- Mediterrane Ernährung
- Regelmäßige Bewegung
- Alkoholverzicht
Beratung besonders bei 10-Jahres-Risiko >10 %.
Pharmakologische Prävention
Statine:
- Einsatz bei Risiko >20 % (Personen <75 Jahre).
- Moderate Dosierung (z. B. Simvastatin 40 mg).
- Vorgehen bei Unverträglichkeit: Auslassversuch, Dosisreduktion, Wechsel.
ASS:
- Nicht bei Risiko <10 %.
- Erwägung ab Risiko >20 % (75–100 mg).
Keine Supplementation mit Betacarotin, Vitamin D oder E (außer bei Mangel oder Schwangerschaft).
Fazit und Relevanz
Die Leitlinie stärkt die evidenzbasierte Beratung und Prävention in der Primärversorgung. Ziel: Risikopersonen identifizieren, Überversorgung vermeiden, gemeinsame Entscheidungen fördern.










