Kompakt: Neueinführung Inluriyo bei ESR1 mutiertem ER+/HER2- Brustkrebs

Inluriyo (Imlunestrant) bietet als neuer oraler SERD eine zusätzliche Option für ESR1-mutierten ER+/HER2- Brustkrebs nach endokriner Vortherapie.

Neueinführung-Inluriyo-GLO1

Zulassung & Einsatzgebiet von Inluriyo® (Imlunestrant)

  • EU-Zulassung: 9. Januar 2026, Markteinführung in Deutschland 15. März 2026 
  • Zugelassen für ER+/HER2- lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs bei nachgewiesener aktivierender ESR1-Mutation
  • Nach Progress unter mindestens einer endokrinen Vortherapie
  • bei prä-/perimenopausalen Patientinnen
  • Männer: In Kombination mit LHRH-Agonist

Dosierung & Anwendung

  • 400 mg oral 1× täglich (nüchtern: 2 h vor oder 1 h nach dem Essen)
  • Dosisreduktion auf 200 mg möglich
  • Tabletten nicht teilen/zerdrücken
  • Fortführung bis fehlender Nutzen oder nicht tolerierbarer Toxizität

Wirkmechanismus

  • Neuer oraler selektiver Estrogenrezeptor-Degrader (SERD)
  • Bindet an Wildtyp- und mutierten ERα, fördert Rezeptorabbau
  • Wirkt besonders bei ESR1-mutiertem Tumor → dort sind Resistenzmechanismen gegen frühere endokrine Therapien häufig

Wirksamkeit 

Die Daten zur Wirksamkeit wurden in der Phase-III-Studie EMBER 3 erhoben.

  • Gesamtpopulation: PFS ~5,5 Monate, vergleichbar zur Standardtherapie
  • ESR1-mutierte Subgruppe: 
    • Imlunestrant: 5,5 Monate PFS
    • Standardtherapie: 3,8 Monate PFS
  • → statistisch signifikante PFS Verbesserung bei ESR1-Mutation

Nebenwirkungen – klinisch relevant

  • Sehr häufig: Erhöhte Leberwerte, Fatigue, GI-Beschwerden (Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen), muskuloskelettale Schmerzen, erhöhte Triglyzeride
  • Häufig: Appetitmangel, Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Husten, Obstipation, VTE
  • Lebertoxizität: Regelmäßige Überwachung von ALT/AST empfohlen

Wechselwirkungen

  • Metabolismus via CYP3A4 (starke CYP3A-Induktoren/-Inhibitoren vermeiden oder Dosis anpassen)
  • Erhöhte Exposition von CYP2D6-, P-gp- und BCRP-Substraten

Schwangerschaft & Fertilität

  • Kontraindiziert in der Stillzeit
  • Embryofetale Risiken → hochwirksame Kontrazeption notwendig
  • Potenzielle Beeinträchtigung der Fertilität (basierend auf Tierdaten)

Hier geht's zum Langtext: Neueinführung Inluriyo

Autor:
Stand:
25.03.2026
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