Welthypertonietag: Apotheken sollen erhöhte Blutdruckwerte früh erkennen

Bluthochdruck bleibt oft lange unbemerkt und kann schwerwiegende Folgen für Herz, Gefäße und Nieren haben. Zum Welthypertonietag betonen die Deutsche Herzstiftung, niedergelassene Kardiologen und die ABDA die Bedeutung regelmäßiger Blutdruckkontrollen – auch in der Apotheke.

Apotheker misst Blutdruck

Zum Welthypertonietag rufen die Deutsche Herzstiftung, der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) und die ABDA gemeinsam zum regelmäßigen Blutdruckmessen auf. Unter dem Motto „Lass‘ Dich checken!“ sollen möglichst viele Menschen motiviert werden, erhöhte Werte frühzeitig zu erkennen und gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Millionen Betroffene wissen nichts von ihrer Erkrankung

Nach Angaben der Organisationen leiden in Deutschland mehr als 20 Millionen Menschen an Bluthochdruck, also etwa jeder dritte Erwachsene. Besonders problematisch sei die hohe Dunkelziffer. Rund jeder fünfte Betroffene wisse nichts von seiner Erkrankung. Zudem lasse etwa jeder zehnte diagnostizierte Patient seinen Bluthochdruck unbehandelt.

Bluthochdruck gilt als bedeutendster Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Langfristig können unbehandelte oder schlecht eingestellte Werte zu Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen führen. „Der hohe Blutdruck macht sich nicht unbedingt mit Beschwerden bemerkbar, obwohl Organe möglicherweise bereits geschädigt sind. Das macht ihn so tückisch“, sagt der Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Apotheken als wichtige Schnittstelle

Nach Ansicht der ABDA tragen Apotheken zur Früherkennung bei. ABDA-Präsident Thomas Preis betont, dass Apotheken „einen wichtigen Beitrag leisten, Patientinnen und Patienten mit erhöhten Blutdruckwerten zu identifizieren und ihnen eine zeitnahe ärztliche Untersuchung anzuraten“.

Im Rahmen der pharmazeutischen Dienstleistung „Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck“ können Apotheken einmal jährlich die Blutdruckeinstellung von Hochdruckpatienten überprüfen und beraten. Die Empfehlungen zur Bewertung der gemessenen Werte wurden gemeinsam von ABDA, Bundesapothekerkammer und der Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung entwickelt. Voigtländer hebt die Zusammenarbeit zwischen Apotheke und Ärzteschaft hervor: „Die Apotheke identifiziert auffällige Werte und stößt die weitere ärztliche Abklärung beim Hausarzt oder gegebenenfalls Kardiologen an.“

Regelmäßige Kontrollen empfohlen

Nach den ESC-Leitlinien von 2024 sollten Erwachsene unter 40 Jahren ihren Blutdruck mindestens alle drei Jahre kontrollieren lassen. Ab dem 40. Lebensjahr wird eine jährliche Kontrolle empfohlen. Das gilt vor allem bei bestehenden Risikofaktoren.

Bereits leicht erhöhte Werte zwischen 120–139/70–89 mmHg sollten ernst genommen werden. Experten raten in diesem Bereich zunächst zu Lebensstilmaßnahmen wie mehr Bewegung, Rauchstopp, Gewichtsreduktion und salzarmer Ernährung. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, ist häufig eine medikamentöse Therapie erforderlich.

Kostenfreies Informationspaket

Zum Welthypertonietag stellen die Initiatoren ein kostenfreies Informationspaket zur Verfügung. Es enthält Hinweise zum richtigen Blutdruckmessen und Informationen zu Prävention und Therapie.

Autor:
Stand:
26.05.2026
Quelle:
  1. ABDA: Pressemitteilung, 15.05.2026.
  2. Deutsche Herzstiftung, Bundesverband der Niedergelassenen Kardiologen (BNK), ABDA: Pressemitteilung, 13.05.2026.
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