Hintergrund
Post-Covid-Beschwerden (auch bekannt als Long-Covid) wie Fatigue, Dyspnoe und psychische Probleme belasten die Gesundheitssysteme erheblich. In einer Metaanalyse wurden jetzt klinische und epidemiologische Risikofaktoren für das Auftreten von Post-/Long-Covid identifiziert. Demnach haben beispielsweise Frauen, ältere und adipöse Menschen, Raucher und Personen mit Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für langfristige Coronabeschwerden. Eine Covid-19-Impfung schützt hingegen vor den Langzeitfolgen. Die Ergebnisse der Studie sind in der medizinischen Open-Access-Zeitschrift „JAMA Network Open“ erschienen [1].
Daten von mehr als 860.000 Personen ausgewertet
Eine Forschergruppe aus dem Vereinigten Königreich hat in einer Metaanalyse 41 Publikationen mit Daten von 860.738 Patienten ausgewertet, um klinische und epidemiologische Risikofaktoren für persistierende Covid-Symptome zu identifizieren. Um die Terminologie zu vereinheitlichen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Begriff „Post-Covid-19-Kondition“ (PCC) eingeführt. Damit werden Symptome bezeichnet, die mindestens zwei Monate andauern und drei Monate nach einer akuten Covid-19-Erkrankung auftreten.
Risikofaktoren für Post-Covid-Kondition
Laut der Metaanalyse erhöhen bestimmte Faktoren das Risiko für die Entwicklung einer Post-Covid-Kondition. Dazu gehören:
- weibliches Geschlecht (Odds Ratio [OR] 1,56, 95%-Konfidenzintervall [95%-KI] 1,41–1,73)
- höheres Alter (OR 1,21, 95%-KI 1,11–1,33)
- Übergewicht/Adipositas (OR 1,15, 95%-KI 1,08–1,23)
- Rauchen (OR 1,10; 95% CI 1,07-1,13)
Zusätzlich wurden Komorbiditäten (OR 2,48, 95%-KI 1,97–3,13) sowie frühere Krankenhausaufenthalte oder intensivmedizinische Akutbehandlungen (OR 2,37, 95%-KI 2,18-2,56) mit einem höheren Risiko für PCC in Verbindung gebracht. Die höchsten Risiken bestanden bei Vorerkrankungen wie Angst und Depression, Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Diabetes, ischämische Herzkrankheit und Immunsuppression.
Covid-19-Impfung schützt vor Post-Covid
Im Vergleich zu nicht geimpften Personen hatten Menschen, die mit zwei Dosen gegen Covid-19 geimpft worden waren, ein signifikant geringeres PCC-Risiko (OR 0,57, 95%-KI 0,43–0,76). Damit verringerte eine zweimalige Vakzinierung die Wahrscheinlichkeit, Post-Covid-Symptome zu entwickeln, um 43%.
Damit liefert die Studie ein weiteres Argument für die Grundimmunisierung gegen SARS-CoV-2 mit einer zweimaligen Impfung.









