Ozempic-Fälschungen: BfArM gibt Entwarnung

Das Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt Entwarnung: in den vergangenen Monaten wurden keine weiteren Hinweise auf Ozempic-Fälschungen entdeckt. Apotheken müssen nun nicht mehr jede Packung des Arzneimittels vor Abgabe prüfen.

Ampel

Im Oktober 2023 warnte das Regierungspräsidium Freiburg erstmals vor Fälschungen des Arzneimittels Ozempic (Semaglutid) der Firma Novo Nordisk. Im Laufe der Ermittlungen zu den gefälschten Präparaten stellte sich heraus, dass eine Charge der Wirkstärke 1 mg betroffen war.  Untersuchungen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Karlsruhe ergaben, dass die betroffenen Pens Insulin glargin statt Semaglutid enthielten. Die fälschliche Anwendung von Insulin statt dem GLP-1-Rezeptoragonisten birgt das Risiko schwerer Hypo- oder Hyperglykämien.

Prüfung jeder Packung in Apotheken

Um diese potenziell gefährlichen Komplikationen zu vermeiden, wurden Apotheken dazu aufgerufen, die Echtheit jeder Ozempic-Primärverpackung zu prüfen. Denn während die Fälschungen auf Ebene der Sekundärverpackung nur schwer von den Originalprodukten zu unterscheiden waren, glichen sich die Primärverpackungen wenig.

Keine Fälschungen auf dem deutschen Markt

Nun informiert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) darüber, dass in den vergangenen Monaten keine weiteren Hinweise auf gefälschte Arzneimittel in der deutschen Vertriebskette gefunden wurden. Das gilt sowohl für die bekannte Fälschung als auch weitere Packungen oder Seriennummern.

Apotheken können auf Prüfung verzichten

Aus diesem Grund wurde im Rahmen einer Bund-Länder Abstimmung vereinbart, dass Apotheken künftig darauf verzichten können, jede Packung Ozempic vor der Abgabe genau zu prüfen. Die Sicherheitsüberprüfung mittels securPharm-System reicht laut BfArM aus.

Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen und liegen derzeit bei den Polizeibehörden und den zuständigen Staatsanwaltschaften. Das BfArM steht im Austausch mit Überwachungsbehörden im Ausland sowie der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und wird die Gesundheitsberufe über weitere Informationen auf dem Laufenden halten.

Autor:
Stand:
16.02.2024
Quelle:

BfArM, Fälschung des Arzneimittels Ozempic, Stand 15.02.2024

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