Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (HES) wie Hypertonie, Gestationshypertonie (GH) und Präeklampsie sind nicht nur für die unmittelbare Gesundheit von Mutter und Kind problematisch, sondern können auch langfristige gesundheitliche Risiken, einschließlich Diabetes, nach sich ziehen. Eine Studie aus Frankreich hat kürzlich den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Arten von HES und dem Risiko, nach der Entbindung Diabetes zu entwickeln, untersucht.
Diese Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Frauen zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für Diabetes haben und somit für ein frühzeitiges Screening sowie spezifische präventive Strategien nach der Entbindung in Frage kommen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Diabetes & Metabolism veröffentlicht.
Daten von mehr als 2,8 Millionen Frauen ausgewertet
Für die Untersuchung wurden Daten aus der laufenden französischen prospektiven Kohortenstudie CONCEPTION verwendet. Die Studie schloss alle Erstgebärenden ein, die zwischen 2010 und 2018 entbunden hatten (n=2.816.793 Frauen). Die Nachbeobachtungszeit erstreckte sich von der Geburt bis zum 31. Dezember 2021.
Das Auftreten von hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen und Diabetes mellitus während der Nachbeobachtung wurde anhand von Algorithmen erfasst, die ICD-10-kodierte Diagnosen während des Krankenhausaufenthalts und/oder einer medikamentösen Behandlung kombinierten. Die Bewertung der Assoziationen zwischen Diabetes mellitus und bestehender chronischer Hypertonie, Schwangerschaftshypertonie und verschiedenen Phänotypen der Präeklampsie erfolgte durch den Einsatz von Cox-Modellen.
Erhöhte Diabetes-Inzidenz bei Frauen mit hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen
Präeklampsie und Schwangerschaftshypertonie traten in der Population mit 2,6% bzw. 4,6% auf. Während der Nachbeobachtungszeit (Durchschnitt=4,5 Jahre) entwickelten 16.670 Frauen einen Diabetes mellitus. Die kumulierte Inzidenz von Diabetes betrug 1,8% bei Frauen, die während der Schwangerschaft an Präeklampsie litten und 15,8% bei Frauen, die zusätzlich zur Präeklampsie an einem Gestationsdiabetes (GDM) erkrankt waren.
Das Risiko für Diabetes blieb unabhängig vom Status des Schwangerschaftsdiabetes bei allen Typen der hypertensiven Störungen erhöht. Bei Frauen ohne GDM ergab sich ein gesteigertes Diabetesrisiko bei denjenigen mit Gestationshypertonie, Präeklampsie und bestehender chronischer Hypertonie vor der Schwangerschaft im Vergleich zu Frauen ohne HES. Zudem war die Dauer der Präeklampsie signifikant mit einem erhöhten Risiko für Diabetes assoziiert.
Dringlichkeit der Diabetesüberwachung nach HES-Diagnose
Im Ergebnis hatten Frauen, die während der Schwangerschaft an hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen litten, ein doppelt so hohes Risiko, Diabetes zu entwickeln. Aus diesem Grund sollte eine frühzeitige Blutglukosemessung und die Überwachung des Blutdrucks nach der Diagnose von hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen umfassender empfohlen werden, so die Forschenden.










