Der richtige Zeitpunkt für Impfungen
Ein grundlegender Aspekt der Reisevorbereitung ist der zeitliche Rahmen für Impfungen. Die Impfungen bzw. Impfserien sollten spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein, um eine ausreichende protektive Immunität zu gewährleisten und eventuelle unerwünschte Arzneimittelwirkungen vor Reiseantritt abklingen zu lassen bzw. zu behandeln. In Ausnahmefällen können bestimmte Impfstoffe auch als Last-Minute-Impfung appliziert werden. Diese Schnellimpfschemata sind z. B. zugelassen für die Hepatitis-B-, Japanische Enzephalitis- und die FSME- Impfung.
Standard- und Indikationsimpfungen: Ein individueller Schutzplan
Je nach Reiseziel können sich die länderspezifischen Infektionsrisiken erheblich unterscheiden. Es ist wichtig, die empfohlenen Standard- und Indikationsimpfungen auf die jeweilige Situation abzustimmen. Zu den von der STIKO empfohlenen Reiseimpfungen gehören:
Impfung | Indikation | Anmerkungen |
|---|---|---|
Reisen in Cholera-Epidemiegebiete, längere Tätigkeit in Cholera-Epidemiegebieten, Einsatz als KatastrophenhelferIn | Nach Angaben in den Fachinformationen des Herstellers | |
Während der aktuell anhaltenden COVID-19-Pandemie | STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung, regelmäßig aktualisiert | |
Auslandsreisen in TBE-Risikogebieten | Grundimmunisierung und Auffrischimpfungen nach Angaben in den Fachinformationen | |
Reisen in Länder mit Gelbfieber-Übertragung und Länder, die Nachweis einer Gelbfieber-Impfung fordern: siehe WHO | Impfung in einer zugelassenen Gelbfieber-Impfstelle, Auffrischimpfung nach 10 Jahren | |
Reisende in Endemiegebiete | Grundimmunisierung und Auffrischimpfung nach Angaben in den Fachinformationen | |
Reiseindikation: individuelle Gefährdungsbeurteilung erforderlich | Grundimmunisierung und Auffrischimpfung nach Angaben in den Fachinformationen | |
Reisende ab 60 Jahren und Personen mit Indikationsimpfung ohne aktuellen Impfschutz | Quadrivalenter Impfstoff mit aktueller Antigenkombination. Hochdosis-Impfstoff ab 60 Jahren | |
Aufenthalte in Endemiegebieten während der Übertragungszeit | Grundimmunisierung mit 2 Impfstoffdosen; Auffrischungsdosis bei erneuter Exposition | |
Reisende in Länder mit epidemischem Vorkommen, Pilgerreise nach Mekka, Langzeitaufenthalte | Impfung mit Meningokokken-ACWY-Konjugat-Impfstoff, ggf. zusätzlich Meningokokken-B-Impfstoff | |
Reisende in Regionen mit Infektionsrisiko, Aussiedler, Flüchtlinge und Asylsuchende aus Gebieten mit Infektionsrisiko | Grundimmunisierung und Auffrischimpfung mit IPV nach Angaben in den Fachinformationen | |
Reisende in Regionen mit Tollwutgefahr und erhöhter Wahrscheinlichkeit einer Tollwutexposition | Nach Angaben in den Fachinformationen | |
- | BCG-Impfung wird nicht empfohlen | |
Reisen in Endemiegebiete mit Aufenthalt unter schlechten hygienischen Bedingungen | Nach Angaben in den Fachinformationen |
Nachweispflichtige Impfungen: Internationale Vorschriften im Blick behalten
Einige Länder haben spezielle Anforderungen hinsichtlich der Nachweispflicht von Impfungen. Dazu gehören unter anderem:
- Gelbfieberimpfung: Verlangt von einigen Ländern für Reisende älter als 9 Monate, insbesondere bei Einreise aus oder nach einem mehr als 12 Stunden andauernden Transit durch ein Gelbfieber-endemisches Land.
- Meningokokkenimpfung: Saudi-Arabien verlangt den Nachweis einer aktuellen quadrivalenten Meningokokkenimpfung für alle Teilnehmer an Pilgerfahrten (Hadj, Umrah) ab dem Alter von 2 Jahren.
- Poliomyelitisimpfung: Einige Länder verlangen den Nachweis einer Poliomyelitisimpfung, die im Zeitraum > 4 Wochen, aber < 12 Monaten vor Abreise aus dem Zielland erfolgt sein muss.
- Masernimpfung: Für einige Pazifikinseln wird seit Ende 2019 bei Einreise der Nachweis über eine Masernimpfung bzw. bei einigen Inseln alternativ der Immunitätsnachweis verlangt.
Zusätzliche Präventionsmaßnahmen beachten
Eine umfassende reisemedizinische Beratung geht über die Empfehlung von Impfungen hinaus. Zusätzliche Vorkehrungen wie die Einhaltung von Hygieneregeln, Mückenschutz oder Malariaprophylaxe können dazu beitragen, Infektionsrisiken zu minimieren. Ebenso wichtig sind Informationen zu Reisewarnungen und Sicherheitshinweisen sowie Ratschläge zur Vorbeugung von Durchfallerkrankungen. Durch eine individuelle Beratung und Vorbereitung können Reisende gesund und sicher ihr Abenteuer erleben.










