Studie bestätigt Sicherheit aluminiumhaltiger Impfstoffe

In einer großen Kohortenstudie konnte kein Zusammenhang zwischen einer Aluminiumexposition durch Impfstoffe und chronischen Erkrankungen im Kindesalter festgestellt werden.

Kind Impfung

Aluminiumhaltige Adjuvanzien werden in vielen inaktivierten Impfstoffen verwendet, um die Immunantwort zu verstärken. Sie binden die Antigene des Impfstoffs und verlängern so deren Verweildauer im Gewebe. Insbesondere in Impfstoffen für Säuglinge und Kleinkinder, etwa gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Hepatitis A und B sowie Pneumokokken, kommen sie zum Einsatz.

Aktuelle Studie untersucht Langzeitfolgen aluminiumhaltiger Impfstoffe

Trotz jahrzehntelanger Anwendung und guter Verträglichkeit werden mögliche Langzeitfolgen immer wieder öffentlich diskutiert. Ergebnisse tierexperimenteller Studien führten zu Spekulationen über neurotoxische Effekte und einen möglichen Zusammenhang mit Autoimmun- oder atopischen Erkrankungen. Auch der häufig diskutierte Zusammenhang mit Autismus-Spektrum-Störungen oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) basiert überwiegend auf theoretischen Annahmen oder methodisch limitierten Einzelstudien. Aussagekräftige, populationsbasierte Humanstudien lagen bisher kaum vor.

Untersuchung chronischer Erkrankungen nach Impfung

In einer aktuellen Studie wurden Daten aus dänischen Gesundheitsregistern und systematische Änderungen im Impfprogramm genutzt, um mögliche Zusammenhänge zu untersuchen. Da sich der Aluminiumgehalt der verwendeten Impfstoffe im Laufe der Jahre aufgrund programmatischer Anpassungen unterschied, ergaben sich natürliche Variationen der Exposition zwischen den Geburtsjahrgängen. Diese Unterschiede waren unabhängig von individuellen Risikofaktoren und ermöglichten eine quasi-experimentelle Analyse.

In die Kohorte wurden 1.224.176 Kinder eingeschlossen, die zwischen 1997 und 2018 geboren wurden und bei Erreichen des zweiten Lebensjahres noch in Dänemark lebten. Die kumulative Aluminiumexposition auf Basis der verabreichten Impfstoffdosen und deren Aluminiumgehalt berechnet. Als Endpunkte dienten 50 chronische Erkrankungen, darunter 36 Autoimmunerkrankungen, neun atopisch-allergische Erkrankungen und fünf neurologische Entwicklungsstörungen. Die Auswertung erfolgte mittels Cox-Regression und wurde unter anderem für Geburtsjahr, Geschlecht, sozioökonomischen Status, vorbestehende mütterliche Erkrankungen und Gesundheitsnutzung im frühen Kindesalter adjustiert.

Keine Risikoerhöhung für Autoimmunerkrankungen

Die Analyse ergab keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko durch aluminiumhaltige Impfstoffe. Für keine der 16 einzeln ausgewerteten Autoimmunerkrankungen, darunter Typ-1-Diabetes, juvenile Arthritis und Hashimoto-Thyreoiditis zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang mit der Aluminiumexposition. Auch die Gesamtanalyse der Autoimmunerkrankungen ergab kein erhöhtes Risiko.

Keine Assoziation mit allergischen Erkrankungen

Bei den atopischen und allergischen Erkrankungen war Asthma mit über 28.000 Fällen die häufigste Diagnose. Hier wurde bei höherer Aluminiumaufnahme ein signifikant geringeres Risiko beobachtet. Für weitere Krankheitsbilder wie atopische Dermatitis, Rhinokonjunktivitis oder Anaphylaxie ergaben sich ebenfalls keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko. Bei sehr seltenen Diagnosen wie der Insektengiftallergie waren die Konfidenzintervalle weit und eine statistische Interpretation nicht möglich.

Auch neurologische Entwicklung nicht beeinträchtigt

Auch für neurologische Entwicklungsstörungen wie Autismus und ADHS konnte kein Zusammenhang festgestellt werden. Bei höherer Aluminiumexposition zeigte sich sogar ein geringeres Erkrankungsrisiko, ein Effekt, der jedoch mit Vorsicht zu interpretieren ist. Diese Ergebnisse wurden durch eine verlängerte Nachbeobachtung bis zum Alter von acht Jahren bestätigt. Für das Asperger-Syndrom und den atypischen Autismus ergaben sich keine klaren Effekte, wobei die Fallzahlen begrenzt waren.

Konsistenz der Befunde über Subgruppen hinweg

Die Ergebnisse blieben auch in zahlreichen Sensitivitätsanalysen stabil. Stratifizierungen nach Geschlecht, Geburtsjahr oder variierter Beobachtungsdauer bestätigten die Hauptergebnisse. Auch alternative Modellierungen der Aluminiumexposition als kategoriale Variable ergaben keine Hinweise auf Dosis-Wirkungs-Beziehungen oder Risikoschwellen. Eine längere Nachbeobachtung ermöglichte die separate Auswertung seltener Autoimmunerkrankungen, wobei keine relevanten Abweichungen identifiziert wurden.

Studie bestätigt Unbedenklichkeit aluminiumhaltiger Impfstoffe

Die dänische Kohortenstudie liefert robuste Evidenz zur Sicherheit aluminiumhaltiger Impfstoffe im frühen Kindesalter. Ein erhöhtes Risiko für autoimmune, atopische oder neuroentwicklungsbedingte Erkrankungen konnte nicht festgestellt werden. Die Ergebnisse blieben auch in Subgruppen- und Sensitivitätsanalysen konsistent. Ein geringfügig erhöhtes Risiko für seltene Erkrankungen lässt sich nie ganz ausschließen, erscheint auf Basis der aktuellen Datenlage aber unwahrscheinlich. Die Studie stärkt das Vertrauen in die Sicherheit von aluminiumhaltigen Adjuvanzien in der Kinderimpfstoffforschung.

Autor:
Stand:
05.09.2025
Quelle:

Andersson et al. (2025): Aluminum-Adsorbed Vaccines and Chronic Diseases in Childhood: A Nationwide Cohort Study. Annals of Internal Medicine, DOI: 10.7326/ANNALS-25-00997

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