Indikation
- Zur Verzögerung des Fortschreitens von Typ-1-Diabetes (T1D) vom Stadium 2 zum Stadium 3.
- Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 8 Jahren.
- Stadium 2: ≥ 2 positive Inselautoantikörper + Dysglykämie ohne manifeste Hyperglykämie.
Wirkmechanismus
- Enthält Teplizumab, einen humanisierten monoklonalen Anti-CD3-Antikörper.
- Bindet an CD3 auf T-Lymphozyten und moduliert fehlgeleitete Immunprozesse.
- Aktivität autoreaktiver T-Zellen wird abgeschwächt.
- Anstieg erschöpfter CD8⁺-T-Zellen, die weniger aggressiv wirken.
- Vorübergehende Abnahme zirkulierender T-Zellen (Tiefpunkt nach ca. 5 Tagen).
- Diese immunologischen Effekte stehen mit der Verzögerung des Krankheitsübergangs in Zusammenhang.
Anwendung & Dosierung
- 14-tägige intravenöse Therapie, täglich jeweils über mindestens 30 Minuten.
- Körperoberflächenbezogene Dosierung, stufenweise ansteigend.
- Prämedikation (z. B. NSAR/Paracetamol, Antihistaminikum, ggf. Antiemetikum) in den ersten 5 Tagen empfohlen.
- Vor Beginn: großes Blutbild, Leberwerte, Impfungen möglichst abschließen.
Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Lymphopenie (75 %), Leukopenie (58 %), Neutropenie (37 %), Hautausschlag (36 %).
- Schwerwiegend: Zytokinfreisetzungssyndrom (0,9 %), erhöhte Leberwerte, Infektionen.
Wichtige Hinweise
- Überwachung von Leberwerten, Bilirubin, Leukozyten und Glukosewerten.
- Kontraindikation: Überempfindlichkeit gegenüber Bestandteilen.
- Impfempfehlungen beachten: Einschränkungen bei inaktivierten und Lebendimpfstoffen vor, während und nach der Therapie.
- Nicht anwenden bei Typ-2-Diabetes oder sekundären Dysglykämien.
Studienlage
- Phase-II-Studie (76 Teilnehmende): Medianer Übergang zu Stadium 3 nach 48,4 Monaten (Teplizumab) vs. 24,4 Monaten (Placebo).
- Phase-III-Studie (335 Kinder/Jugendliche mit symptomatischem T1D): Verbesserung der Betazellfunktion, jedoch kein signifikanter Effekt auf Insulinbedarf, HbA1c oder nächtliche Hypoglykämien.










