- Opioidantagonisten besitzen keine oder kaum Eigenwirkung.
- Sie blockieren Opioidrezeptoren (v. a. μ-Rezeptoren).
- Ziele:
o Peripher: Behandlung opioidbedingter Nebenwirkungen (v. a. Obstipation).
o Zentral: Aufhebung oder Modulation zentraler Opioidwirkungen (z. B. Intoxikation, Abhängigkeit).
1. Peripher wirkende μ-Opioidrezeptor-Antagonisten (PAMORA)
- Einsatz bei Erwachsenen mit opioidinduzierter Obstipation (OIC).
- Besonders relevant, wenn Laxanzien unzureichend wirksam sind.
- Zentrale Analgesie durch Opioide bleibt erhalten.
- Wirkmechanismus: Peripherer μ-Opioidrezeptor-Antagonist im GI-Trakt, kaum ZNS-Gängigkeit
Naloxegol
- Dosierung: 25 mg 1× täglich oral.
- Häufige Nebenwirkungen: Bauchschmerzen, Diarrhö.
- Interaktionen: Relevant über CYP3A4 und P-gp.
- Kontraindikationen: Starke CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Clarithromycin, Grapefruitsaft).
- Schwangerschaft/Stillzeit: Nicht empfohlen.
Weitere PAMORA: Alvimopan, Methylnaltrexon, Naldemedin.
2. Suchtbehandlung – zentral wirksame Opioidantagonisten
- Modulation des endogenen Opioidsystems.
- Reduktion von Craving, Rückfallrisiko und belohnenden Effekten.
Nalmefen
- Einsatz: Reduktion des Alkoholkonsums bei Alkoholabhängigkeit.
- Wirkmechanismus: Opioid-Rezeptor-Antagonist (μ, δ) → vermindert Belohnungsgefühl durch Alkohol.
- Einnahme: „Nach Bedarf“, 1–2 h vor erwartetem Alkoholkonsum.
- Therapie: Immer + psychosoziale Unterstützung.
Naltrexon
- Einsatz:
o Alkohol- und Opioidabhängigkeit.
o Fixkombination mit Bupropion zum Gewichtsmanagement. - Wirkmechanismus: Kompetitiver μ-Opioidantagonist (auch κ, δ).
- Pharmakokinetik: Langwirksam; geringe orale Bioverfügbarkeit.
- Kontraindikationen: Akute Hepatitis, schwere Leber-/Nierenkrankheit, aktueller Opioidkonsum.
- Risiken: Selten Depression, Suizidalität.
3. Akutes Antidot – zentral wirksame Opioidantagonisten
Naloxon – Notfallmedikament der Wahl
- Einsatz:
o Akutes Antidot bei Opioidvergiftung, hebt Atemdepression, Sedierung, Koma rasch auf. - Wirkmechanismus: Reiner Opioid-Antagonist, v. a. an µ-Rezeptoren.
- Pharmakokinetik: Sehr schneller Wirkeintritt (i. v. 1–2 Min.), kurze Wirkdauer (1–4 h) → oft Mehrfachgabe.
- Kombinationen:
o Tilidin: verhindert i. v.-Missbrauch.
o Oxycodon: reduziert Obstipation.
o Buprenorphin: Substitutionstherapie. - Formen: Injektion, Nasenspray, Autoinjektor.












