Einsatzgebiete:
- Depressionen
- Weitere Indikationen: Angststörungen, Zwangsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, chronische Schmerzen, Migräneprophylaxe, Enuresis nocturna u. a.
- Zweitlinientherapie: Wegen ausgeprägter anticholinerger Nebenwirkungen, Sedierung und enger therapeutischer Breite.
Wirkmechanismus
- Reuptake-Hemmung: Blockade von Serotonin- und Noradrenalin-Transportern → erhöhter Spiegel von NA/5-HAT im synaptischen Spalt. Schwache Hemmung des Dopamin-Transports.
- Rezeptorblockade: Antagonismus an vielen Rezeptoren möglich (5-HT2A/2C, 5-HT6/7, α1, NMDA, σ1/2).
- Anticholinerge Wirkung (an mACh)
- Antihistaminerg
- Ionkanalblockade: Hemmung von Na+- und L-Typ-Ca2+
Dosierung (Auswahl)
- Amitriptylin: Initial: 50 mg; Erhaltung: 50-150 mg
- Clomipramin: Initial: 50-75 mg; Erhaltung: 100-150 mg; Maximaldosis 250 mg
- Imipramin: 50-150 mg; Maximaldosis 300 mg
- Nortriptylin: 25 mg drei- bis viermal täglich
- Trimipramin: Initial: 25-50 mg; Erhaltung: 100-400 mg
Nebenwirkungen und Risiken (Auswahl)
- Anticholinerge Effekte: Mundtrockenheit, Obstipation, Harnverhalt, Akkommodationsstörungen, Tachykardie
- Antihistaminerge Effekte: Sedierung, Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit
- Adrenerge Effekte: Orthostatische Hypotonie, Schwindel, Reflextachykardie
- Kardiovaskulär: Verlängerung des QT-Intervalls, Arrhythmien
- Zentralnervös: Anfangs Unruhe, Schlaflosigkeit oder Tremor möglich; selten Krampfanfälle, Delir oder kognitive Beeinträchtigungen
Wechselwirkungen (Auswahl)
- Sympathomimetika: Verstärkte kardiovaskuläre Reaktion
- Arzneimittel mit QT-verlängernder Wirkung
- Anticholinergika
- CYP2D6-Inhibitoren/Induktoren
- Alkohol & ZNS-Dämpfer
- Antipsychotika
Kontraindikationen
- Herz-Kreislauf: Akuter Herzinfarkt, unbehandelte Herzrhythmusstörungen oder kompletter Herzblock, koronare Insuffizienz
- ZNS: Gleichzeitige Therapie mit MAO-Hemmern (lebensbedrohliches Serotoninsyndrom möglich;14-tägige Auswaschphase erforderlich)
- Lebererkrankung: Schwere Leberinsuffizienz
- Allergie: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
Wirkungseintritt
- Der volle antidepressive Effekt tritt verzögert ein – meist nach 2 bis 4 Wochen Therapie.










