
Zum Austausch der Konnektoren gibt es derzeit keine sinnvolle Alternative. In einer Gesellschafterversammlung der gematik am 29.08.2022 wurde nochmals nach weiteren Lösungen gesucht, doch kam man zu keinem anderen Ergebnis. Stattdessen wurde der bisherige Beschluss bekräftigt: Praxen müssen alle bis August 2023 ablaufenden Konnektoren zum Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) austauschen.
Konnektoren erfüllen wichtige Funktionen
Konnektoren dienen der Verbindung der IT-Systeme von Praxen oder Krankenhäusern mit der TI. Sie haben darüber hinaus eine Sicherheitsfunktion. Die Geräte werden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und von der gematik zugelassen. Mit dem Konnektor wird die sichere Verarbeitung von Patientendaten in den Arztpraxen gewährleistet, es können Leistungen wie das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte oder das Ausstellen von E-Rezepten durchgeführt werden.
Aufgrund sicherheitstechnischer Aspekte ist die Laufzeit der Konnektoren auf fünf Jahre begrenzt. Einige Geräte laufen demnächst bereits ab und müssen ausgetauscht werden. In einer Pressemitteilung bestätigt die gematik: „Bei allen bis August 2023 ablaufenden Konnektoren ist der Austausch weiterhin die einzig sinnvolle Alternative.“ Dies gilt insbesondere für Konnektoren der Firma CompuGroup Medical (CGM).
Mögliche Alternativen zum Austausch in der Zukunft
Derzeit ist unklar, welche aktuellen Alternativen es für Arztpraxen gibt. In einem Mehrheitsbeschluss wurde entschieden, dass die gematik bis September 2023 Zeit hat, sich zu möglichen Alternativen zu äußern. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte zuvor eine erneute Prüfung von Alternativen gefordert. Sie reagierte auf das Ergebnis der Gesellschafterversammlung in einer Mitteilung: „Wir sind sehr enttäuscht – auch darüber, dass offenbar das Interesse insgesamt gering ist, die Frage zu klären, ob dreistellige Millionenausgaben, die der Konnektorentausch kosten wird, wirklich notwendig sind.“
Für ab September 2023 ablaufende Geräte könnte es Alternativlösungen geben. Laut gematik seien „Wahlmöglichkeiten für den TI-Anschluss einer medizinischen Einrichtung denkbar – neben dem Konnektortausch eine Laufzeitverlängerung der TI-Gerätekarte oder ein Anschluss über eine Rechenzentrumslösung“. Für eine mögliche Umsetzung dieser Alternativen empfiehlt die gematik eine Anpassung des Finanzierungsmodell für die sichere Anbindung an die Telematikinfrastruktur.
KBV empfiehlt Austausch
Die KBV rät allen Praxen mit demnächst ablaufenden Konnektorzertifikaten den Austausch gegen ein neues Gerät, gegebenenfalls auch von einem anderen Hersteller. Für den Austausch, dessen Kosten den Arztpraxen erstattet werden, sollten sich Praxen an ihren Dienstleister vor Ort wenden. Die Verbindung mit der TI ist nach Ablauf des Zertifikats nicht mehr möglich, ein funktionsfähiger Konnektor ist jedoch Voraussetzung für die vollumfängliche Ausführung wichtiger Funktionen wie dem Einlesen elektronischer Gesundheitskarten.