Piperacillin; Piperacillin, Tazobactam: Änderung Produktinformation

Die Produktinformation von Arzneimitteln, die Piperacillin oder Piperacillin in Kombination mit Tazobactam enthalten, sollen mit einem Hinweis zum möglichen Auftreten einer hämophagozytischen Lymphohistiozytose (HLH) ergänzt werden.

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Bericht

Nach Berücksichtigung der verfügbaren Beweise  hat der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) zugestimmt, dass die Produktinformationen für Piperacillin bzw. Piperacillin in Kombination mit Tazobactam wie unten beschrieben geändert werden sollen. Die Koordinierungsgruppe (CMDh) stimmt den wissenschaftlichen Schlussfolgerungen des PRAC zu. In die entsprechenden Abschnitte der Produktinformation aufzunehmende Änderungen (neuer Text ist unterstrichen, gelöschter Text ist durchgestrichen):

Änderungen Fachinformation

4.4. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)

Bei Patienten, die mit <Piperacillin/Tazobactam> behandelt wurden, wurden Fälle von HLH berichtet, häufig nach einer Behandlungsdauer von mehr als 10 Tagen. HLH ist ein lebensbedrohliches Syndrom mit einer pathologischen Immunaktivierung, die durch klinische Zeichen und Symptome einer exzessiven systemischen Entzündung (z. B. Fieber, Hepatosplenomegalie, Hypertriglyzeridämie, Hypofibrinogenämie, hohe Ferritinkonzentration im Serum, Zytopenien und Hämophagozytose) gekennzeichnet ist. Patienten, bei denen frühe Manifestationen einer pathologischen Immunaktivierung auftreten, sind unverzüglich zu untersuchen. Falls die Diagnose HLH gestellt wird, sollte die Behandlung mit <Piperacillin/Tazobactam> abgebrochen werden.

Änderungen Gebrauchsinformation

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von beachten?

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen Hämophagozytische Lymphohistiozytose

Es liegen Berichte über eine Erkrankung vor, bei der das Immunsystem zu viele ansonsten normale weiße Blutkörperchen namens Histiozyten und Lymphozyten produziert, was zu einer Entzündung (hämophagozytische Lymphohistiozytose) führt. Diese Erkrankung kann lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird. Falls bei Ihnen mehrere Symptome auftreten wie Fieber, geschwollene Drüsen, Schwächegefühl, Benommenheit, Kurzatmigkeit, Blutergüsse oder Hautausschlag, wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt.

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