Schwangerschaften bei Frauen mit autoimmun-rheumatischen Erkrankungen (ARD [autoimmune rheumatic disease]) und Antiphospholipid-Syndrom (APS) sind durch ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen gekennzeichnet. Zu den häufigsten ungünstigen Schwangerschafts-Outcomes (APO [adverse pregnancy outcomes]) zählen Frühgeburten und Geburten von Kindern mit einem Geburtsgewicht unterhalb der 10. Perzentile (SGA [small-for-gestational-age]). Während Frauen mit ARD ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für Frühgeburten und ein zweifach erhöhtes Risiko für SGA haben, sind bei APS zusätzlich frühe Spontanaborte häufig.
Zusätzlich zu diesen Risiken ist bekannt, dass kardiovaskuläre Ereignisse (CVE [cardiovascular events]), einschließlich Myokardinfarkt, Schlaganfall und Phlebothrombose, während der Schwangerschaft bei Patientinnen mit ARD und APS häufiger auftreten. Trotz der bekannten Risiken von APO bei ARD und APS fehlen zuverlässige Daten über den Einfluss von CVE während der Schwangerschaft.
Einfluss von kardiovaskulären Ereignissen auf Schwangerschafts-Outcomes
Ziel einer aktuellen Studie war es, den Einfluss kardiovaskulärer Ereignisse auf ungünstige Schwangerschafts-Outcomes wie Frühgeburtlichkeit und SGA bei Frauen mit ARD und APS zu analysieren. Die Untersuchung dieser Hochrisikogruppe im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne ARD oder APS sollte zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen von KHK in der Schwangerschaft führen. Die Analyse basierte auf einer retrospektiven Kohorte von mehr als sieben Millionen Schwangerschaften mit lebend geborenen Neugeborenen in Kalifornien zwischen 2005 und 2020.
Erhöhtes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen durch CVE
Die Analyse zeigte, dass kardiovaskuläre Ereignisse bei Frauen mit ARD und APS signifikant häufiger auftraten (1,4 % bzw. 5,5 %) als bei Frauen ohne diese Erkrankungen (0,3 %).
APO wie Frühgeburtlichkeit und SGA wurden bei Frauen mit ARD (26,9 %) und APS (21,2 %) ebenfalls häufiger beobachtet als in der Kontrollgruppe (15,2 %). CVE führten in beiden Studiengruppen zu einem signifikant erhöhten Risiko für SGA.
Darüber hinaus wiesen Frauen mit CVE häufiger begleitende Komorbiditäten wie Hypertonie, Diabetes mellitus und Depressionen auf. Diese Ergebnisse verdeutlichen die besondere Vulnerabilität von Frauen mit CVE oder SGA für Schwangerschaftskomplikationen, insbesondere wenn kardiovaskuläre Komplikationen auftreten.
Frühgeburt und SGA: Unterschiedliche Risiken bei ARD-Subgruppen
Innerhalb der ARD-Gruppe war das Risiko für APO bei Frauen mit kardiovaskulären Ereignissen besonders ausgeprägt. Mehr als die Hälfte (53,2 %) der Schwangerschaften von Frauen mit ARD und CVE wiesen ungünstige Schwangerschafts-Outcomes auf, verglichen mit 26,6 % der ARD-Schwangerschaften ohne CVE. Dabei war das Risiko für Frühgeburten deutlich erhöht.
Frauen mit systemischem Lupus erythematodes oder Spondyloarthritis hatten das höchste Risiko für Frühgeburt und SGA. Bei Frauen mit rheumatoider Arthritis (RA) überwog dagegen das Risiko für Frühgeburtlichkeit.
Frauen mit APS hatten bei gleichzeitigem Auftreten von CVE ein erhöhtes SGA-Risiko, aber kein erhöhtes Frühgeburtenrisiko. Dies könnte auf APS-spezifische pathophysiologische Mechanismen hinweisen, die das intrauterine Wachstum stärker beeinflussen als den Schwangerschaftsverlauf insgesamt.
Optimierung der Versorgung und zukünftige Forschungsansätze
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Notwendigkeit einer intensiven Betreuung und eines interdisziplinären Managements von Schwangeren mit ARD oder APS, insbesondere wenn kardiovaskuläre Risiken vorliegen. Um die Versorgung weiter zu verbessern, sollten prädiktive Modelle entwickelt werden, die Risikofaktoren wie kardiovaskuläre Ereignisse und Krankheitsaktivität berücksichtigen.
Der Schwerpunkt sollte auf personalisierten Therapieansätzen liegen, die sowohl die Erkrankung selbst als auch die besonderen Herausforderungen einer Schwangerschaft berücksichtigen. Zukünftige Forschung sollte prospektive Studien beinhalten, die detaillierte Daten über den Krankheitsverlauf, die Therapie und die Schwangerschaftsergebnisse sammeln, um präzisere Handlungsempfehlungen zu ermöglichen und langfristig die Risiken für Mutter und Kind zu reduzieren.








