Malaria Kompakt

Malaria, eine der weltweit bekanntesten Tropenkrankheiten, wird hier kompakt und strukturiert dargestellt. Von der Übertragung durch Anopheles-Mücken bis zu den vielfältigen klinischen Erscheinungsformen und den vorbeugenden Maßnahmen wird das Thema kompakt beleuchtet.

Malaria

Definition

  • Meldepflichtige Krankheit, hervorgerufen durch Plasmodien.
  • Übertragung durch infizierte Anopheles-Mücken.
  • Hauptverursacher: Plasmodium falciparum, Plasmodium ovale, Plasmodium vivax und Plasmodium malariae.

Epidemiologie

  • Einer der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit.
  • Endemisch in Teilen Afrikas, Asiens, Mittel- und Südamerika und dem östlichen Mittelmeer.
  • 200 Millionen jährliche Erkrankungen; 600.000 Todesfälle pro Jahr.

Ätiologie

  • Vier Hauptplasmodienarten, je nach Malariaform.
  • Übertragung hauptsächlich durch weibliche Anopheles-Mücken.

Pathogenese

  • Plasmodien durchlaufen einen komplexen Entwicklungszyklus.
  • Vom Mückenstich, zur Leber, zum Blut und zurück zur Mücke.
  • Plasmodien in der Leber können zu Rückfällen führen.

Klinik

  • Uncharakteristische, variable Symptome, ähnlich wie Grippe.
  • Zyklisches Fieber ist ein charakteristisches Symptom.
  • Malaria tropica ist die gefährlichste Form mit bis zu 20% Letalität bei nicht-immunen Patienten.

Diagnostik

  • Mikroskopie des „dicken Tropfens“ ist entscheidend.
  • Positive Reiseanamnese und Symptome sollten zur Untersuchung führen.
  • Malaria-Schnelltest als unterstützende Diagnosemethode.

Differenzialdiagnostik

  • Andere tropenspezifische Krankheiten wie Dengue-Fieber, Chikungunyafieber, Zikavirus-Infektionen und mehr sollten in Betracht gezogen werden.

Therapie

Malaria tropica (Falciparum-Malaria) Therapie

  • Für unkomplizierte Malaria tropica sind Atovaquon plus Proguanil, Artemether plus Lumefantrin und Dihydroartemisinin plus Piperaquin gleich wirksam.
  • Komplizierte Malaria tropica: Bei schweren Formen (z.B. mit Beteiligung des ZNS oder der Nieren) wird eine Therapie mit intravenösem Artesunat unter intensivmedizinischen Bedingungen empfohlen.
  • Danach erfolgt eine orale Therapie mit Atovaquon plus Proguanil.
  • Falls Artesunat nicht verfügbar ist, kann auf intravenöses Chinin in Kombination mit Doxycyclin oder Clindamycin zurückgegriffen werden, obwohl intravenöse Chininpräparate in Deutschland nicht offiziell zugelassen sind.

Malaria tertiana Therapie

  • Erste Wahl sind Artemether plus Lume-fantrin oder Atovaquon plus Proguanil.
  • Eine anschließende Behandlung mit Primaquin ist notwendig, um Hypnozoiten von P. vivax und P. ovale zu eliminieren.
  • Vorher sollte ein G-6-PHD-Mangel ausgeschlossen werden, um schwere Hämolyse zu vermeiden.

Malaria quartana Therapie

  • Chloroquin ist das Medikament der Wahl.
  • Eine Anschlussbehandlung mit Primaquin ist nicht erforderlich, da P. malariae keine Hypnozoiten bildet.

Plasmodium knowlesi Malaria

  • Die Therapie entspricht der für Malaria tropica.

Hier geht's zum Langtext Malaria

Autor:
Stand:
09.08.2023
Quelle:

RKI: Malaria, abgerufen am 09.08.2023

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