
Hintergrund
Die Beta-Thalassämie ist eine angeborene, durch Genmutation verursachte Störung der Hämoglobin-Bildung (Hämoglobinopathie), wodurch Patienten häufig an einer chronischen Anämie leiden. Bisher wurden diese Patienten mit Bluttransfusionen behandelt, die jedoch mit vielen Risiken, Nebenwirkungen und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden sind.
Reblozyl wurde von dem amerikanischen Pharmaunternehmen Celgene in Kooperation mit Acceleron entwickelt. Laut Celgene besteht für die Patienten ein dringender Bedarf an dieser neuartigen Behandlungsoption, um regelmäßige und belastende Transfusionen mit ihren Nebenwirkungen zu reduzieren und so die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Was ist Reblozyl und wofür wird es angewendet?
Das Fusionsprotein Reblozyl (Luspatercept) ist das erste und einzige Arzneimittel, das eine Reifung von Erythrozyten bewirkt und stellt eine neue Therapieoption für Patienten mit Beta-Thalassämie dar, die die regelmäßige Erythrozyten-Transfusionen benötigen. Unter Reblozyl kann die Transfusionslast deutlich gesenkt werden.
Das Medikament wird angewendet für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie aufgrund von myelodysplastischen Syndromen (MDS) mit Ringsideroblasten, mit sehr niedrigem, niedrigem oder intermediärem Risiko, die auf eine Erythropoetin-basierte Therapie nicht zufriedenstellend angesprochen haben oder dafür nicht geeignet sind.
Wie wird Reblozyl angewendet?
Reblozyl wird subkutan injiziert.
Dosierung
Die empfohlene Anfangsdosis von Reblozyl beträgt 1 mg / kg alle 3 Wochen durch subkutane Injektion.
Wie wirkt Reblozyl?
Luspatercept ist ein rekombinantes Fusionsprotein, das mehrere überexprimierte endogene Liganden der TGF-β-Superfamilie bindet und dadurch die Smad 2 / 3-Signalübertragung verringert. Hierdurch hebt der Wirkstoff den hemmenden Effekt der überexprimierten Liganden auf die Erythrozyten-Differenzierung auf.
Luspatercept fördert weiterhin die Reifung der Erythrozyten durch Differenzierung von erythroiden Vorläufern (Normoblasten) im Spätstadium. Im Tiermodell der Beta-Thalassämie verringerte Luspatercept-Aamt die abnormal erhöhte Smad 2 / 3-Signalübertragung und verbesserte die hämatologischen Parameter, die mit einer ineffektiven Erythropoese bei Mäusen verbunden waren.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen unter der Anwendung von Reblozyl waren:
- Kopfschmerzen
- Knochenschmerzen
- Arthralgie
- Müdigkeit
- Husten
- Bauchschmerzen
- Durchfall
- Schwindel
Die FDA rät Angehörigen der Gesundheitsberufe, Frauen im gebärfähigen Alter anzuweisen, während der Behandlung mit Reblozyl eine wirksame Verhütungsmethode anzuwenden. Schwangere oder stillende Frauen sollten Reblozyl nicht einnehmen, da es den sich entwickelnden Fötus und den Säugling schädigen kann.
Gegenanzeigen
Reblozyl darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder während der Schwangerschaft.
Studienlage
Die Zulassung von Reblozyl basiert auf den Ergebnissen einer klinischen Studie mit 336 Patienten mit Beta-Thalassämie, die Erythrozyten-Transfusionen benötigten.112 Patienten erhielten ein Placebo. 21 Prozent der Patienten, die mit Reblozyl behandelt wurden, erreichten eine Reduktion der Transfusionen um mindestens 33% im Vergleich zu 4,5% der Patienten, die ein Placebo erhielten.