Beim metabolischen Syndrom (MetS) treten Bluthochdruck, Adipositas, Störungen im Zuckerstoffwechsel und veränderte Blutfettwerte gemeinsam auf. Diese Bedingungen sind nicht nur miteinander verbunden, sondern wirken auch synergetisch und können in Kombination zu schwereren Gesundheitsproblemen führen. So kommt es v. a. zu einem erhöhten Risiko von Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Typ-2-Diabetes, aber auch das Krebsrisiko ist erhöht.
Die genauen Gründe für diesen Zusammenhang sind nach wie vor nicht klar; es wird jedoch angenommen, dass Faktoren wie chronische Entzündungen, Insulinresistenz und veränderte Hormonspiegel dazu beitragen.
Trajektorien Analyse soll helfen, Risiko zu bestimmen
Der Schweregrad des MetS kann im Laufe der Zeit schwanken, was zu Übergängen zwischen stoffwechselgesunden und -ungesunden Zuständen führt. Diese Dynamik macht es schwierig, das Fortschreiten von MetS und seine Folgen mit einer einzigen Messung zu beurteilen. Eine Kohortenstudie hat daher den Verlauf von MetS-Werten und das damit verbundene Krebsrisiko näher untersucht. Dafür wurden Verlaufsmuster von MetS-Scores und neu auftretenden Krebserkrankungen bei 44.115 Teilnehmern analysiert [1].
Unterschiedliche MetS-Scores innerhalb der Teilnehmer
Stabile, niedrige MetS-Scores waren bei 10,56% der Teilnehmer zu verzeichnen, während 40,84% moderat-niedrige und 41,46% moderat-hohe Werte aufwiesen. Hohe MetS-Werte wurden bei 7,14% der Patienten festgestellt. Zwischen diesen Gruppen wurden etliche signifikante Unterschiede gefunden, darunter in Bezug auf Alter, Hüftumfang, Blutdruck, Nüchternglukose, HDL-, CRP-, ALT- und Kreatininwerte, Geschlecht, Bildungshintergrund, Familienstand, Familieneinkommen, Salzkonsum, Raucherstatus, Trinkstatus, körperliche Bewegung, HBV-Infektionen, Fettleber und Gallensteinerkrankungen. Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 9,40 Jahren wurden in dieser Studie insgesamt 2271 Krebsdiagnosen gestellt und näher analysiert.
Erhöhtes Krebsrisiko bei erhöhten MetS-Scores
Die Ergebnisse zeigen, dass erhöhte MetS-Werte mit einem gesteigerten Risiko für Krebs generell und im speziellen mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs, Endometriumkrebs, Nierenkrebs, Darmkrebs und Leberkrebs verbunden waren. So wurden z. B. bei 181 von 4.657 Teilnehmern mit den niedrigsten MetS-Werten Tumore diagnostiziert, während es bei der Gruppe mit den höchsten MetS-Werten 219 von 3.152 Probanden waren. Bei Teilnehmern mit chronischer Entzündung (CRP ≥3 mg/L) wurde festgestellt, dass erhöhte MetS-Werte signifikant mit späterem Brust-, Endometrium-, Kolorektal- und Leberkrebs verbunden waren. Ein erhöhtes Risiko für Nierenkrebs wurde vor allem bei Teilnehmern mit MetS, aber ohne chronische Entzündung beobachtet.
Fazit
Die Studie unterstreicht die Bedeutung einer langfristigen Intervention und Kontrolle des MetS. Mehrere Komponenten des MetS sind dabei eng mit dem Risiko für verschiedene Krebsarten verbunden. So deutet vieles darauf hin, dass z. B. viszerale Adipositas das Risiko für kolorektale, pankreatische und gastroösophageale Karzinome deutlich erhöht.








