Neuer Checkpoint-Inhibitor Toripalimab auf dem Weg zur Zulassung

Das EMA-Gremium hat eine positive Stellungnahme zur Zulassung von Toripalimab (Loqtorzi) zur Behandlung von Nasopharynxkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen der Speiseröhre abgegeben. Die Empfehlung basiert auf Studien, die eine verbesserte progressionsfreie Überlebensrate im Vergleich zur Standardtherapie zeigten.

Checkpont-Inhibition

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat am 25. Juli 2024 eine positive Stellungnahme zur Zulassung des Medikaments Loqtorzi (Toripalimab) abgegeben. Loqtorzi, entwickelt von TMC Pharma (EU) Limited, soll für die Behandlung von Nasopharynxkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen der Speiseröhre eingesetzt werden können.

Wie wirkt Toripalimab?

Toripalimab ist ein monoklonaler Antikörper, der spezifisch gegen PD-1 gerichtet ist. PD-1 ist ein Immun-Checkpoint auf der Oberfläche von T-Zellen, der normalerweise die Immunantwort reguliert und Autoimmunität verhindert. Tumorzellen können den PD-1-PD-L1-Signalweg nutzen, um der Immunüberwachung zu entgehen, indem sie PD-L1 exprimieren, was zur Inaktivierung von T-Zellen führt. Toripalimab bindet an PD-1 und blockiert die Interaktion zwischen PD-1 und PD-L1. Dadurch wird die hemmende Wirkung auf T-Zellen aufgehoben, was eine verstärkte antitumorale Immunantwort ermöglicht. 

Indikationen und Therapieoptionen

Loqtorzi wird für zwei Kombinationstherapien empfohlen:

  • Nasopharynxkarzinom: In Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin für die Erstlinienbehandlung bei erwachsenen Patienten mit rezidivierendem, nicht operablem oder strahlentherapeutisch behandelbarem oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom.
  • Speiseröhrenkarzinom: In Kombination mit Cisplatin und Paclitaxel für die Erstlinienbehandlung bei erwachsenen Patienten mit inoperablem fortgeschrittenem, rezidivierendem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre.

Klinische Wirksamkeit und Studienergebnisse

Die Empfehlung des CHMP basiert auf den Ergebnissen zweier zentraler klinischer Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Toripalimab in den entsprechenden Indikationen belegten. 

JUPITER-02-Studie

Die JUPITER-02-Studie war eine Phase-III-Studie mit 289 Patienten mit rezidivierendem oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom, die zuvor keine systemische Therapie erhalten hatten. Die Patienten erhielten entweder Toripalimab oder Placebo, jeweils in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin.

Die Ergebnisse zeigten, dass das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) in der Toripalimab-Gruppe 11,7 Monate betrug, verglichen mit 8,0 Monaten in der Placebo-Gruppe. Das Sicherheitsprofil umfasste häufige Nebenwirkungen wie Anämie, Leukopenie und Neutropenie, die vergleichbar mit der Placebo-Gruppe waren.

JUPITER-06-Studie

Die JUPITER-06-Studie war ebenfalls eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie, die 512 Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre einschloss. Die Patienten erhielten entweder Toripalimab oder Placebo, jeweils in Kombination mit Cisplatin und Paclitaxel.

Das mediane PFS betrug in der Toripalimab-Gruppe 7,6 Monate im Vergleich zu 5,4 Monaten in der Placebo-Gruppe. Die häufigsten Nebenwirkungen umfassten Anämie, Leukopenie und Neutropenie, die in beiden Gruppen auftraten.

Nächste Schritte zur Zulassung

Die endgültige Entscheidung über die Zulassung von Loqtorzi liegt nun bei der Europäischen Kommission, die in der Regel den Empfehlungen des CHMP folgt. Nach der Zulassung werden detaillierte Empfehlungen zur Anwendung in der Fachinformation (SmPC) veröffentlicht, die in allen Amtssprachen der Europäischen Union verfügbar sein wird.

Autor:
Stand:
30.07.2024
Quelle:

European Medicines Agency. "Loqtorzi." European Medicines Agency, aufgerufen am 30.07.2024

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