Maligne Erkrankungen durch Upadacitinib

In einer kürzlich durchgeführten Analyse wurden Daten aus verschiedenen Studien ausgewertet, um die Häufigkeiten und Risikofaktoren von malignen Erkrankungen im Zusammenhang mit der Therapie mit Upadacitinib detaillierter zu untersuchen. Zudem erfolgte ein Vergleich mit den Auswirkungen zweier anderer Wirkstoffe.

Krebszellen Vermehrung

Zu den chronischen, immunvermittelten, entzündlichen Erkrankungen gehören u. a. die rheumatoide Arthritis (RA), Psoriasis-Arthritis (PsA), ankylosierende Spondylitis (AS) und die nicht-radiographische axiale Spondyloarthritis (nr-axSpA). Durch die chronischen Entzündungen sowie den Einsatz von immunsuppressiven und immunmodulatorischen Therapien werden diese Krankheiten mit einem erhöhten Malignitätsrisiko in Verbindung gebracht. Eine neue Studie hat jetzt das Auftreten von malignen Erkrankungen bei diesen Erkrankungen während der Therapie mit Upadacitinib oder ähnlichen Wirkstoffen untersucht [1].

Upadacitinib

Upadacitinib ist seit Januar 2021 für Erwachsene mit therapierefraktärer RA, PsA und AS zugelassen. Der Wirkstoff gehört zu den Januskinasen (JAK)-Inhibitoren. JAK übermitteln Entzündungssignale von Zytokinen, so dass neue Zytokine und Chemokine produziert werden können. Durch ihre Hemmwirkung wirken JAK-Inhibitoren immunsuppressiv, antiinflammatorisch und antiproliferativ.

Studiendesign

Die Studie basierte auf der Auswertung von Daten aus 11 Phase-III-Studien, an denen Patienten über 18 Jahren mit RA, PsA, AS oder nr-axSpA teilnahmen. Die Patienten wurden mit Upadacitinib in Dosierungen von 15 oder 30 mg täglich, Methotrexat oder Adalimumab behandelt. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass die Patienten zuvor keine Krebserkrankungen hatten, mit Ausnahme von erfolgreich behandeltem nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC) oder lokalisiertem Karzinom in situ des Gebärmutterhalses.

Ähnliches Malignitätsrisiko unter Upadacitinib, Adalimumab und Methotrexat

Insgesamt erhielten 4998 Patienten mindestens eine Dosis Upadacitinib 15 mg, 2125 Patienten mindestens einmal 30 mg Upadacitinib, 1008 Patienten mindestens einmal Adalimumab und 314 Patienten mindestens einmal Methotrexat. Die medianen Behandlungszeiträumen betrugen je nach Erkrankung und Medikament ein bis vier Jahre. Insgesamt waren innerhalb jeder Indikations- und Behandlungsgruppe die Patienten, die einen Tumor entwickelten, etwas älter und gaben bei Studienbeginn tendenziell einen höheren Tabak- bzw. Nikotin- und Alkoholkonsum an. Die Raten bösartiger Erkrankungen lagen zwischen 0,0 und 1,4.

Im Falle der RA waren die expositionsbereinigten Nebenwirkungsraten bezüglich Malignitäten zwischen Upadacitinib, Adalimumab und Methotrexat generell ähnlich. Nach NMSC, traten Lungen- und Brusttumoren am häufigsten auf. Bei Männern traten keine Brusttumore auf und bei ca. 94% der Lungenkrebsfälle waren die betroffenen Patienten (ehemalige) Raucher. Die Anzahl der NMSC war bei 30 mg Upadacitinib höher als bei 15 mg Upadacitinib bzw. bei Upadacitinib insgesamt höher als bei Adalimumab oder Methotrexat.

Auch im Fall der PsA traten Tumorerkrankungen unter Upadacitinib, Adalimumab bzw. Methotrexat ähnlich häufig auf (mit Ausnahme der NMSC). Nach NMSC bildeten sich am häufigsten kolorektale Tumore und Melanome. NMSC traten wiederum häufiger bei Therapie mit Upadacitinib auf als bei Adalimumab oder Methotrexat. Im Fall der AS und nr-axSpA wurden maligne Erkrankungen nur selten gemeldet.

Risikofaktoren für maligne Erkrankungen

Für Patienten, die mit 15 mg Upadacitinib behandelt wurden, wurde außerdem untersucht, welche Risikofaktoren zu der Entstehung einer malignen Erkrankung beigetragen haben. Im Fall der RA wurden folgende Risikofaktoren gefunden: Alter (≥ 65 Jahre), männliches Geschlecht, Alkoholkonsum und Wohnsitz in den USA. Im Fall der PsA wurden ein höheres Alter, ein höherer BMI (≥ 30 kg/m²), männliches Geschlecht und Wohnsitz in den USA als Risikofaktoren identifiziert.

Autor:
Stand:
15.12.2023
Quelle:

Rubbert-Roth et al. (2023): Malignancy in the Upadacitinib Clinical Trials for Rheumatoid Arthritis, Psoriatic Arthritis, Ankylosing Spondylitis, and Non-radiographic Axial Spondyloarthritis. Rheumatology and Therapy, DOI: 10.1007/s40744-023-00621-6.

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
Orphan Disease Finder
Orphan Disease Finder

Hier können Sie seltene Erkrankungen nach Symptomen suchen: