Postmenopausale Änderung des vaginalen pH-Wertes, eine verminderte Besiedelung durch Laktobazillen sowie ein Anstieg von Enterbakterien und Anaerobiern erhöhen das Risiko für Harnwegsinfektionen [1]. Probiotika (Omnibiotic Flora plus+, Vagisan Milchsäure-Bakterien) wird zugeschrieben durch Unterstützung des Aufbaus einer gesunden Vaginalflora das Aufsteigen krankheitserregender Bakterien in die Harnwege zu verhindern. Die Präparate werden entweder eingenommen oder vaginal angewendet. Eine Wirkung kann nur nach langfristiger Einnahme erwartet werden [25,26].
Studienlage
In einer Cochrane-Metaanalyse von 9 Studien (4 vs. Placebo, 2 vs. keine Therapie, 2 vs. antibiotische Langzeitprävention, 1 vs. Placebo bei gesunden Frauen) mit 735 Patienten mit rezidivierenden Harnwegsinfektionen und oraler oder vaginaler Zufuhr verschiedener Laktobazillus-Spezies fand sich keine signifikante Verringerung der Rezidivrate gegenüber Placebo (6 Studien, 352 Teilnehmer) [1,2]. Da zwischen den verschiedenen Präparaten Unterschiede auftraten, sind weitere Studien nötig, um den Nutzen von Probiotika bei Harnwegsinfektionen zu beurteilen [2].