Definition
- Histaminintoleranz ist eine nicht-allergische Unverträglichkeitsreaktion des Körpers auf Histamin.
- Die Beschwerden beruhen auf einem Ungleichgewicht zwischen anfallendem Histamin und Histaminabbau.
Ursachen
- Diskutiert wird ein reduzierter Histaminabbau, angeboren oder erworben.
- Als Ursache der Hypersensitivität wird häufig ein Aktivitätsmangel der Diaminoxidase (DAO) postuliert.
- Auch biogene Amine, Alkohol sowie histaminliberierende oder DAO-blockierende Arzneimittel können den Histaminabbau beeinflussen.
Epidemiologie
- Sichere epidemiologische Aussagen zu Prävalenz und Inzidenz gibt es bislang nicht.
- Studien zufolge könnten 1 bis 3 % der Gesamtbevölkerung betroffen sein.
- 80 % der Patienten sind weiblich und im mittleren Lebensalter.
Symptome
- Gastrointestinale Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerzen, Blähungen, Diarrhoe.
- Respiratorische Beschwerden: vor allem nasale Obstruktion und Fließschnupfen.
- Kardiovaskuläre Symptome: Hypotonie, Arrhythmie, Tachykardie.
- Hautmanifestationen: Urtikaria, Pruritus, Hautrötungen, Flush.
- Weitere mögliche Beschwerden: Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Müdigkeit, Dysmenorrhoe, Asthmaanfälle.
Komplikationen / Besonderheiten
- Beschrieben sind auch anaphylaxieähnliche Reaktionen.
- Die wissenschaftliche Evidenz zum Krankheitsbild ist begrenzt; verlässliche Diagnoseparameter fehlen.
Therapie
- Nach Ausschluss möglicher Differenzialdiagnosen sollen Patienten zu Ernährungsverhalten, histaminhaltigen Nahrungs- und Arzneimitteln sowie individuellen Einflussfaktoren beraten werden.
- Empfohlen wird eine dreistufige Ernährungsumstellung: Karenzphase, Testphase und Dauerernährung.
- Eine individuelle Ernährungsberatung ist zentral.
- Antihistaminika können nach Leitlinie als pragmatisches Vorgehen zur Prüfung einer möglichen Symptomveränderung erwogen werden.
Prognose
- Eine Histaminintoleranz ist kausal nicht heilbar.
- Individuelle Ernährungsberatung und personalisierte Kostumstellung können jedoch einen weitgehend normalen Alltag mit guter Lebensqualität ermöglichen.
Prophylaxe
- Der Entwicklung einer Histaminintoleranz kann nicht vorgebeugt werden.












