Angststörungen im Alter
- Angststörungen sind die häufigsten affektiven Störungen
- Höchste Inzidenz bei 10- bis 14-Jährigen, gefolgt von 35- bis 44-Jährigen
- Abnahme der Inzidenz nach dem 65. Lebensjahr
- Spezifische Phobien, Sozialphobien, Panikstörungen und generalisierte Angststörungen können aber auch nach dem 45. Lebensjahr vorherrschen
Behandlungsansätze
- Kombination von Pharmakotherapie und Psychotherapie als effektivste Methode
- Bei spezifischen Phobien wird primär Psychotherapie empfohlen
- Für soziale Phobie, Panikstörung und generalisierte Angststörung wird zusätzlich eine Pharmakotherapie empfohlen
Empfohlene Wirkstoffe
- SSRI und SNRI sind auch im Alter gut verträglich, wenn niedrig dosiert und langsam aufdosiert
- Empfohlene SSRI für ältere Patienten: Sertralin, Citalopram, Ecitalopram
- Mirtazapin und Vortioxetin (off label) als sichere Alternativen
Zu vermeidende Wirkstoffe
- Paroxetin: hohes Interaktionspotenzial (CYP-System), anticholinerge Nebenwirkungen
- Fluoxetin: hohes Interaktionspotenzial (CYP-System)
- Trizyklische Antidepressiva (TCA): anticholinerge Nebenwirkungen
- Benzodiazepine: Sedierung erhöht Sturzgefahr, kognitive Beeinträchtigung
- Betablocker
Besondere Sicherheitsaspekte
- Stärkere Berücksichtigung unerwünschter Wirkungen nötig aufgrund von Multimorbidität und abnehmender Organleistung
- Besondere Beachtung von
– QT-Zeiten
– Blutungsneigung
– Blutdruckerhöhung
– Hyponatriämie
– Harnverhalt - Bei unzureichender Wirkung Therapiewechsel auf andere Wirkstoffe erwägen










