Änhliche biochemische Vorgänge wie bei einer Depression
Die hypoaktive sexuelle Luststörung (HSDD) ähnelt biochemisch der Depression, sagte Sheryl A. Kingsberg, PhD. Abteilung für Verhaltensmedizin, Abteilung für Geburtshilfe / Gynäkologie, Universitätskliniken Cleveland Medical Center, Case Western Reserve Universität Medizinische Fakultät, Cleveland, Ohio, auf dem Annual Meeting of The Menopause Society; Sept. 10-14, 2024 in Chicago, da beide den Verlust des Interesses an Dingen beinhalten, die Ihnen Freude bereiten, und den Verlust der Motivation, Dinge zu suchen, die lohnend sind.
Bei der hypoaktiven sexuellen Luststörung verlieren Frauen das Interesse an dem, was sexuelles Vergnügen bereitet, und verlieren die Motivation, eine sexuelle Begegnung zu suchen.
Es gibt Faktoren, die Erregung oder Interesse an sexueller Aktivität erzeugen, und es gibt Faktoren, die eine Hemmung der sexuellen Aktivität erzeugen, sagte Kingsberg. Dopamin, Oxytocin, Melanocortin, Vasopressin und Noradrenalin sind organische oder physiologische Faktoren, die das Interesse an Sex wecken, während Serotonin, Opioide und Endocannabinoide die sexuelle Erregung hemmen. Intimität, gemeinsame Werte, Romantik und Erleben oder Verhalten sind psychosoziale oder zwischenmenschliche Faktoren, die das Interesse an Sex wecken, während Beziehungskonflikte, negativer Stress, negative Glaubenssätze über Sex und Erfahrungen oder Verhaltensweisen Sex hemmen.
HSDD: Ein neurologisches Ungleichgewicht
Die HSDD wird zunehmend als Folge eines Ungleichgewichts zwischen erregenden und hemmenden neurologischen Prozessen verstanden. Dies beeinflusst die Fähigkeit von Frauen, auf sexuelle Reize zu reagieren. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass bei betroffenen Frauen die Aktivität von Neurotransmittern wie Dopamin, die für Erregung verantwortlich sind, vermindert ist. Gleichzeitig sind hemmende Prozesse, die durch Serotonin vermittelt werden, verstärkt aktiv. Dieses Ungleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung steht im Zentrum der Störung und macht eine Therapie besonders anspruchsvoll.
Therapeutische Ansätze: Aufhebung der Hemmung
Um das sexuelle Verlangen bei Frauen mit HSDD zu verbessern, zielt die Therapie darauf ab, das Gleichgewicht zwischen diesen neurologischen Prozessen wiederherzustellen. Pharmazeutische Ansätze, wie Dopamin-Agonisten, die die erregenden Signalwege stimulieren, zeigen vielversprechende Ergebnisse. Ein weiterer Ansatz ist der Einsatz von Testosteron, welches besonders bei postmenopausalen Frauen positive Effekte auf das sexuelle Verlangen zeigt. Studien legen nahe, dass Testosteron über eine dopaminerge Wirkung die Erregungsmechanismen unterstützt und somit die Lust steigern kann. Auch andere Hormone, wie Östrogen, spielen eine wichtige Rolle, insbesondere in Kombination mit Androgenen.
Was die Forschung zeigt
Aktuelle bildgebende Verfahren und neurologische Studien haben gezeigt, dass Frauen mit HSDD oft eine überaktive Hemmung in den Belohnungszentren des Gehirns aufweisen. Dies führt dazu, dass sexuelle Reize nicht mehr die erregenden Regionen des Gehirns aktivieren können. Das gezielte Angehen dieser überaktiven Hemmungsprozesse durch neue therapeutische Ansätze könnte eine langfristige Lösung bieten, um das sexuelle Verlangen bei betroffenen Frauen wiederherzustellen.
Fazit: Eine Herausforderung der Balance
Die Behandlung von HSDD erfordert ein tieferes Verständnis der neurobiologischen Mechanismen, die das sexuelle Verlangen steuern. Ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung kann weitreichende Auswirkungen auf die Lebensqualität von Frauen haben. Die Wiederherstellung dieses Gleichgewichts durch innovative Behandlungsstrategien könnte den Weg für eine effektivere Therapie ebnen und den betroffenen Frauen zu einem erfüllteren Sexualleben verhelfen.









