Covid-19-Impfung

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Covid-19 Impfstoffen; alle schützen gut vor schweren Covid-19 Verläufen.

Corona Impfstoff-Forschung

Covid-19

Covid-19 ist das Akronym für "Coronavirus Disease 2019" (gebildet aus CO für Corona, VI für Virus, D für disease) und bezieht sich auf eine Infektionskrankheit, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2) verursacht wird. Die Atemwegserkrankung wurde erstmals Ende 2019 in Wuhan, China, identifiziert und hat sich seitdem weltweit ausgebreitet. Um die Pandemie einzudämmen, wurden umfassende globale Maßnahmen eingeleitet, darunter Impfkampagnen, Test- und Kontaktverfolgungsstrategien, soziale Distanzierung und Maskenpflicht. Am 5. Mai 2023 erklärte die WHO das Ende der internationalen gesundheitlichen Notlage (PHEIC) für Covid-19. Seitdem befindet sich Covid-19 in einer endemischen Phase mit weiter zirkulierenden Virusvarianten.

Covid-19 kann eine Vielzahl von Symptomen verursachen, darunter Fieber, Husten, Atembeschwerden, Müdigkeit sowie den Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns. In schweren Fällen kann es zu Pneumonien und anderen schweren Komplikationen kommen. Bei einigen Personen halten die gesundheitlichen Probleme noch Wochen bis Monate nach der akuten Erkrankung an. Dieses Phänomen wird als Post- und Long-Covid bezeichnet. Long-Covid ist ein komplexes Syndrom; die genauen Ursachen und Mechanismen sind noch nicht vollständig verstanden. Es kann Menschen jeden Alters und Geschlechts betreffen, unabhängig von der Schwere ihrer ursprünglichen Covid-19-Erkrankung. Durch die weit verbreitete Immunität in der Bevölkerung – bedingt durch Impfungen und frühere Infektionen – treten inzwischen deutlich weniger schwere Verläufe und Long-Covid-Fälle auf als in den ersten Pandemiejahren.

Covid-19-Impfstoffe

In Deutschland sind mehrere Impfstoffe zur Prävention von Covid-19 zugelassen:

Die Impfstoffe Vaxzevria (AZD1222) von AstraZeneca, Jcovden (Ad26.COV2.S, COVID-19 Vaccine Janssen) von Janssen, VidPrevtyn Beta von Sanofi Pasteur und GlaxoSmithKline (GSK) sowie VLA2001 von Valneva sind nicht mehr zugelassen, da die Hersteller ihre EU-Zulassungen zurückgegeben haben.

Für Auffrischimpfungen ab Herbst 2024 wurden angepasste Impfstoffe zugelassen, die auf die Varianten SARS-CoV-2 JN.1 (BioNTech/Pfizer: 03.07.2024, Moderna: 10.09.2024, Novavax: 08.10.2024) und KP.2 (BioNTech/Pfizer: 26.09.2024) zugeschnitten sind.

Für die Saison 2025/26 hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) am 17.05.2025 eine Zulassungsempfehlung für an die Omikron-Subvariante LP.8.1 angepasste Impfstoffvarianten von Comirnaty und Spikevax ausgesprochen.

Der Impfstoff Kostaive (Zapomeran) enthält selbstamplifizierende mRNA (sa-mRNA), die zusätzlich zur Bauanleitung für das Spike-Protein auch eine Replikase kodiert. Diese ermöglicht eine Vervielfältigung der RNA im Körper, wodurch eine stärkere oder länger anhaltende Immunantwort möglich sein könnte. Laut Paul-Ehrlich-Institut unterscheidet sich diese Plattform deutlich von den klassischen mRNA-Impfstoffen. Da es sich um eine neuartige Technologie handelt, ist Kostaive bislang nicht durch die allgemeine STIKO-Empfehlung abgedeckt. Eine gesonderte Bewertung zur Wirksamkeit und Sicherheit erfolgt nach STIKO-internen Standards (SOP). Wann der Impfstoff in Deutschland verfügbar sein wird und ob er gegen aktuell zirkulierende Varianten wirksam ist, ist derzeit noch unklar.

Alle verfügbaren Covid-19-Impfstoffe bieten einen wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem kann die Schutzwirkung geringer ausfallen.

Der Impfschutz nimmt für gewöhnlich im Laufe der Zeit ab, kann aber durch Auffrischimpfungen (Booster) wieder erhöht werden. Mehrere Auffrischimpfungen können den Schutz weiter verstärken.

Ob eine Covid-19-Impfung auch vor Long-Covid schützt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Einige Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die Impfung nicht nur vor schweren Krankheitsverläufen schützt, sondern auch die Häufigkeit und Ausprägung von Long-Covid-Beschwerden nach einer Durchbruchinfektion mildern kann.

Nebenwirkungen

Wie bei allen Impfungen, können auch nach Covid-19-Impfungen verschiedene Nebenwirkungen auftreten:

  • Häufige, in der Regel aber nur kurz anhaltende Nebenwirkungen sind Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an der Injektionsstelle.
  • Ebenso wird über Allgemeinreaktionen wie Fieber, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen, vorübergehende Müdigkeit oder Erschöpfung nach der Covid-19-Impfung berichtet.
  • In sehr seltenen Fällen sind anaphylaktische Reaktionen möglich.
  • Hinweise auf sogenannte Langzeitnebenwirkungen, die Jahre nach der Impfung auftreten, gibt es derzeit nicht – und sind auch in Zukunft nicht zu erwarten.

Abhängig vom Impfstoff wurde über weitere Nebenwirkungen berichtet:

mRNA-Impfstoffe

Nach der Gabe von Comirnaty oder Spikevax wurden sehr selten Fälle von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen (Myokarditis und Perikarditis) beobachtet. Diese traten überwiegend innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung auf – häufiger bei jungen Männern im Alter zwischen 12 und 30 Jahren und häufiger nach der zweiten Dosis. Die meisten Fälle verliefen mild bis moderat, vereinzelt kam es jedoch zu schweren Verläufen oder Todesfällen. Bei Personen unter 30 Jahren empfiehlt die STIKO die ausschließliche Verwendung von Comirnaty.

Zudem können nach Gabe der monovalenten mRNA-Impfstoffe verstärkte (verlängerte oder vermehrte) Menstruationsblutungen auftreten – unabhängig von der Anzahl vorheriger Impfungen. Diese Beschwerden sind in der Regel vorübergehend und nicht schwerwiegend und haben keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Vektor-basierte Impfstoffe

Nach der Zulassung von Vaxzevria (AstraZeneca) und der COVID-19 Vaccine Janssen (Janssen) traten sehr selten spezielle Formen von Thrombosen in Kombination mit Thrombozytopenien auf. Betroffen waren überwiegend Frauen im Alter bis 55 Jahre, aber auch Männer und ältere Personen. Beide Impfstoffe sind in Deutschland nicht mehr zugelassen.

Proteinbasierte Impfstoffe

Nach der Impfung mit dem proteinbasierten Impfstoff Nuvaxovid (Novavax) wurden sehr seltene Fälle von Myokarditis und Perikarditis beobachtet.

Typische Impfreaktionen sind Schmerzen an der Einstichstelle sowie systemische Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und gelegentlich Übelkeit oder Erbrechen.

Ganzvirus-Impfstoffe

Selten kam es zu Meldungen von Thrombozytopenie, Photophobie und einer erhöhten Erythrozytensedimentationsrate.

Kontraindikationen/Impfverbote

  • Überempfindlichkeit: Bei Überempfindlichkeit oder allergischen Reaktionen gegen den Wirkstoff, sonstige Bestandteile oder mögliche enthaltene Restspuren sollte keine Impfung erfolgen.
  • Akute Erkrankung: Personen mit einer akuten schweren fieberhaften Erkrankung oder akuten Infektion (Fieber ab 38,5 °C) sollten die Impfung verschieben. Eine leichte Infektion und/oder leichtes Fieber stellen keine Kontraindikationen dar.
  • Verabreichung: Covid-19-Impfstoffe dürfen nicht intravaskulär, subkutan oder intradermal injiziert werden.

Impfschemata

Alle Personen ab 18 Jahre sollten eine Basisimmunität, bestehend aus mindestens drei SARS-CoV-2-Antigenkontakten (Impfung und/oder Infektion), erlangen. Mindestens einer dieser Kontakte sollte durch eine Impfung erfolgt sein. Sofern nach einer Basisimmunität keine SARS-CoV-2-Infektion stattgefunden hat, wird zusätzlich eine Auffrischimpfung empfohlen.

Bei der Grundimmunisierung sollte ein Mindestabstand von drei Wochen (entsprechend der Fachinformation des jeweils verwendeten Impfstoffs) eingehalten werden. Für Nachholimpfungen zur Basisimmunität empfiehlt die STIKO einen Abstand von 4 bis vorzugsweise 12 Wochen zwischen der ersten und zweiten Impfstoffdosis sowie ≥ 6 Monate zwischen zweiter und dritter Dosis. Sollte die empfohlene Zeit überschritten worden sein, kann die Impfserie fortgesetzt werden, ohne neu zu beginnen.

Für bestimmte Indikationsgruppen wird bis auf Weiteres eine jährliche Auffrischimpfung im Herbst empfohlen. Dabei wird ein Abstand von mindestens sechs Monaten zur vorherigen Impfung oder zur SARS-CoV-2-Infektion angeraten.

Kinder und Jugendliche

Aktuell empfiehlt die STIKO eine Basisimmunität und Auffrischimpfungen nur für Kinder und Jugendliche mit Grundkrankheiten, die das Risiko für schwere Covid-19-Verläufe erhöhen. Dabei können im Alter unter 12 Jahren sowohl Comirnaty als auch Spikevax entsprechend der Fachinformation eingesetzt werden. Bei Auffrischimpfungen für diese Gruppe sollten vorzugsweise Varianten-adaptierte Covid-19-Vakzine gemäß den STIKO-Empfehlungen verwendet werden.

Für gesunde Kinder ist aufgrund des sehr geringen Risikos für schwere Verläufe keine Impfung notwendig, so die STIKO-Experten.

Offizielle Impfempfehlung

Die STIKO empfiehlt die Grundimmunisierung mit einem der folgenden Covid-19-Impfstoffe:

  • Comirnaty (angepasst an Omikron JN.1 oder KP.2)
  • Spikevax (angepasst an Omikron JN.1)
  • Nuvaxovid (angepasst an Omikron JN.1)

In Deutschland stehen für die Saison 2024/2025 ausschließlich diese an die Omikron-Sublinien JN.1 und KP.2 angepassten Impfstoffe zur Verfügung.

Grundimmunisierung

Die Wahl des Impfstoffs und des Impfschemas kann je nach individueller Situation variieren. Grundsätzlich wird empfohlen, eine bereits begonnene Impfserie mit dem gleichen Impfstoff fortzusetzen und zur Basisimmunität zu vervollständigen.

Es gibt jedoch Ausnahmen:

  • Nach der ersten Dosis JCOVDEN sollte die Impfserie heterolog mit einem mRNA-Impfstoff oder Nuvaxovid abgeschlossen werden.
  • Personen unter 30 Jahren und Schwangere, die bereits eine Dosis von Spikevax erhalten haben, sollten die ausstehenden Impfungen mit Comirnaty durchführen.
  • Wenn der für die erste Impfstoffdosis verwendete mRNA-Impfstoff nicht verfügbar ist, kann unter Berücksichtigung der Alterseinschränkung und bei Nichtschwangeren der andere mRNA-Impfstoff verwendet werden.
  • Wenn nach der Verabreichung der ersten mRNA-Impfstoffdosis eine produktspezifische medizinische Kontraindikation für die Fortsetzung der Impfserie mit mRNA-Impfstoffen vorliegt, wie beispielsweise eine anaphylaktische Reaktion, kann unter Berücksichtigung der STIKO-Empfehlung die Grundimmunisierung mit Nuvaxovid oder Valneva abgeschlossen werden.

Auffrischimpfung

Folgende Personengruppen sollen zusätzlich zur Basisimmunität bis auf Weiteres jährlich im Herbst geimpft werden:

  • Personen ≥ 60 Jahre,
  • Bewohnende von Pflegeeinrichtungen sowie Personen mit erhöhtem Risiko in Einrichtungen der Eingliederungshilfe,
  • Personen ab 6 Monaten mit bestimmten Grundkrankheiten,
  • Personen mit arbeitsbedingtem Infektionsrisiko in medizinischer/pflegerischer Versorgung,
  • Enge Kontaktpersonen von Personen ohne schützende Immunantwort auf Impfung.

In diesen Fällen sollte möglichst ein für die Altersgruppe zugelassener, variantenangepasster Covid-19-Impfstoff verwendet werden.

Bei individuellem Wunsch und nach entsprechender Beratung kann bei ≥ 18-Jährigen auch Nuvaxovid für die Auffrischimpfung verwendet werden, wenngleich die Schutzwirkung nach Einschätzung der STIKO geringer ist. In Ausnahmefällen ist ein Booster mit Nuvaxovid auch bei 12–17-Jährigen möglich (off-label use).

Für gesunde Erwachsene < 60 Jahre sowie gesunde Schwangere mit bestehender Basisimmunität wird derzeit keine jährliche Auffrischimpfung empfohlen.

Impfvorschriften/Reise

In der Europäischen Union bestehen derzeit keine gesundheitsbezogenen Reisebeschränkungen zwischen EU-Ländern oder für Einreisen in die EU. Innerhalb der EU ist es nicht nötig:

  • ein Reiseformular auszufüllen,
  • eine Impfung oder Genesung von Covid‑19 nachzuweisen oder
  • einen negativen Testbefund zu besitzen.

Auch im internationalen Reiseverkehr wurden die Coronaauflagen weitestgehend aufgehoben. Bestimmungen zur Einreise können sich aber schnell ändern. Deshalb ist es wichtig, sich vor Reiseantritt bei den Behörden oder Botschaften des jeweiligen Reiselands über die aktuell geltenden, verbindlichen Einreisebestimmungen und Beförderungsbestimmungen zu informieren.

Autor:
Stand:
05.08.2025
Quelle:
  1. Robert Koch-Institut (RKI), Covid-19 und Impfen, Stand 06. Oktober 2023.
  2. Europäischer Rat, Rat der Europäischen Union, Reiseinformationen Covid-19, Stand 17. Juli 2023.
  3. Auswärtiges Amt, Covid-19, Stand 17. Mai 2023.
  4. Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO): Epidemiologisches Bulletin 2 | 2025, Stand: 11.01.2025.
  5. Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Coronavirus: Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts zu COVID-19-Impfstoffen. Stand: 27.06.2025.
  6. Robert Koch-Institut (RKI): RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2). Stand: 22.05.2025.
  7. Robert Koch-Institut (RKI): Antworten auf häufig gestellte Fragen zur COVID-19-Impfung. Stand: 15.04.2025.
  8. European Medicines Agency. EMA recommendation to update the antigenic composition of authorised COVID-19 vaccines for 2025-2026. 17. Mai 2025.
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