G-CSF-Präparate wie Filgrastim, Lenograstim und Pegfilgrastim stimulieren die Bildung neutrophiler Granulozyten im Knochenmark. Sie spielen vor allem bei Neutropenien eine zentrale Rolle, insbesondere im Zusammenhang mit zytotoxischer Chemotherapie.
G-CSF-Präparate werden in verschiedenen klinischen Situationen eingesetzt, in denen eine Verminderung der neutrophilen Granulozyten vorliegt oder erwartet wird.
Wichtige Anwendungsgebiete sind:
Prophylaxe und Therapie der Chemotherapie-induzierten Neutropenie: Verkürzung der Dauer einer Neutropenie und Verminderung des Risikos febriler Neutropenien.
Nach myeloablativer Therapie und Stammzelltransplantation: Beschleunigung der Wiederherstellung der Granulozytenproduktion nach Knochenmark- oder Stammzelltransplantation.
Mobilisierung peripherer Blutstammzellen: Steigerung der Anzahl zirkulierender hämatopoetischer Stammzellen zur Gewinnung für autologe oder allogene Transplantationen.
Schwere chronische Neutropenien: Langzeitbehandlung bei kongenitaler, zyklischer oder idiopathischer Neutropenie zur Reduktion infektiöser Komplikationen.
HIV-assoziierte Neutropenie: Behandlung persistierender Neutropenie bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion.
Wirkmechanismus
G-CSF ist ein physiologisches Glykoprotein, das eine zentrale Rolle in der Regulation der Granulopoese spielt. Die rekombinanten Arzneistoffe binden spezifisch an den G-CSF-Rezeptor auf myeloischen Vorläuferzellen im Knochenmark.
Durch diese Rezeptorbindung werden mehrere Prozesse stimuliert:
Proliferation hämatopoetischer Vorläuferzellen
Differenzierung zu neutrophilen Granulozyten
Reifung und beschleunigte Freisetzung aus dem Knochenmark
Das Ergebnis ist ein rascher, dosisabhängiger Anstieg der Neutrophilenzahl im peripheren Blut.
Nebenwirkungen
Zu den häufigsten Nebenwirkungen unter G-CSF-Therapie zählen:
Häufige Nebenwirkungen:
Schmerzen des Bewegungsapparates: Knochenschmerzen, Rückenschmerzen, Arthralgie, Myalgie, Schmerzen in den Extremitäten
Die vollständigen Angaben können den jeweiligen Fachinformationen entnommen werden.
Wechselwirkungen
Bei der Anwendung von G-CSF sind folgende Wechselwirkungen zu beachten:
Chemotherapie
G-CSF sollte nicht innerhalb von 24 Stunden vor oder nach einer zytotoxischen Chemotherapie verabreicht werden, da proliferierende Vorläuferzellen empfindlicher gegenüber myelotoxischen Effekten sind.
Andere hämatopoetische Wachstumsfaktoren
Potenzielle Wechselwirkungen mit anderen hämatopoetischen Wachstumsfaktoren sind nicht umfassend untersucht.
Lithium
Lithium kann die Freisetzung neutrophiler Granulozyten erhöhen und möglicherweise die Wirkung von G-CSF verstärken.
Kontraindikationen
Die Anwendung von G-CSF ist generell kontraindiziert bei: