Mammakarzinom Kompakt

Dieser Beitrag bietet einen kompakten und strukturierten Überblick über das Krankheitsbild Mammakarzinom, von der Definition der Erkrankung über Epidemiologie, Ursachen und Therapie bis hin zur Prävention und Früherkennung.

Mammakarzinom

Definition

  • Maligner Tumor, der im Brustgewebe entsteht
  • Häufigster maligner Tumor und häufigste Krebstodesursache der Frau

Epidemiologie

  • Inzidenz: 166/100.000 bei Frauen, etwa 1% der Neuerkrankungen bei Männern
  • 1 von 8 Frauen in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens
  • mittleres Erkrankungsalter 64 Jahre (♀), fast 3 von 10 Frauen sind bei Diagnosestellung jünger als 55 Jahre
  • Inzidenz steigend, aber sinkende Mortalität dank besserer Diagnostik und Therapie

Risikofaktoren

  • Genetische Faktoren: v.a. Keimbahnmutationen im BRCA1/BRCA2-Gen
  • Hormonelle Faktoren: frühe Menarche, späte Menopause; keine/wenige Schwangerschaften und wenige Stillzeiten
  • Umwelt- und Lebensstilfaktoren: Alkohol, Rauchen, Übergewicht
  • Risikoläsionen: duktales Carcinoma in situ (DCIS), Präkanzerose des invasiven Mammakarzinoms ausgehend von den Milchgängen, Mehrheit der nicht-invasiven Krebsvorstufen

Symptome

Symptome treten oft erst in fortgeschrittenen Stadien auf, folgende Anzeichen sind möglich:

  • Knoten oder Verdickungen in der Brust, verdächtig sind nicht verschiebliche und schmerzlose Knoten
  • Hautveränderungen (Rötungen, Einziehungen, Peau d‘Orange), Brustschmerzen
  • Veränderungen der Mamille, Sekretion
  • Lymphknotenvergrößerungen
  • Frühe lymphogene und hämatogene Metastasierung: Lymphknoten, Knochen, Lunge, Leber, Gehirn

Diagnostik

  • Anamnese, klinische Untersuchung: Inspektion und Palpation der Brust, Lymphknoten
  • Mammographie bei auffälligem Tastbefund
  • Sonographie (und ggf. MRT) bei auffälligem Tastbefund und zur Abklärung unklarer Mammographiebefunde
  • Biopsie zur Diagnosesicherung (Mamma, Lymphknoten)
  • Staging: CT-Thorax und -Abdomen, Skelettszintigraphie

Therapie

  • Operation: steht im Vordergrund der Therapie, idealerweise brusterhaltende Therapie (BET), alternativ radikale Entfernung (Mastektomie), Sentinel-Lymphknotenentfernung zur Erfassung des axillären Lymphknotenstatus
  • Strahlentherapie: stets ergänzend bei BET, konventionell oder hypofraktioniertes Regime; adjuvant, in Kombination mit Chemotherapie oder antihormoneller Therapie
  • Antihormonelle Therapie: abhängig von Hormonrezeptorstatus bei hormonsensiblen Karzinomen; prämenopausal mit Tamoxifen, Fulvestrant, GnRH-Analoga; postmenopausal mit Aromatasehemmern, Tamoxifen
  • Chemotherapie: neoadjuvant, adjuvant bzw. palliativ; Standardtherapie mit Anthracyclin und Taxan
  • Zielgerichtete/Antikörper-Therapie: bei HER2-positiven Tumoren mit Trastuzumab, Pertuzumab, VEGF-Antikörper
  • Nachsorge und regelmäßige Kontrollen

Prävention und Früherkennung

  • Primärprävention: Reduktion von Risikofaktoren (Lifestylefaktoren), Chemoprävention bei Hochrisikopatientinnen
  • Sekundärprävention: Früherkennungsprogramme (Mammographie-Screening) klinische Tastuntersuchung im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung, regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust

Hier geht's zum Langtext Mammakarzinom

Autor:
Stand:
24.10.2023
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