Clozapin ist ein atypisches Antipsychotikum aus der Gruppe der Diazepine.
Indikationen
- Therapieresistente Schizophrenie (nach Versagen von mindestens zwei Neuroleptika).
- Schizophrenie mit schweren, nicht beherrschbaren neurologischen Nebenwirkungen unter anderen Neuroleptika.
- Psychosen bei Morbus Parkinson nach Versagen der Standardtherapie.
- Einsatz als Reserve: Anwendung erst nach Therapieversagen oder Unverträglichkeit anderer Neuroleptika.
Wirkmechanismus
- Geringe Affinität zu D1-, D2-, D3-, D5-Rezeptoren, hohe Affinität zu D4-Rezeptor.
- Zusätzlich antiadrenerge, anticholinerge, antihistaminerge und antiserotonerge Effekte.
- Weniger extrapyramidale Nebenwirkungen, geringe Prolaktinerhöhung.
Pharmakokinetik
- Resorption: 90–95 % oral, Bioverfügbarkeit 50–60 %, nicht nahrungsabhängig.
- Metabolismus: Überwiegend hepatisch über CYP1A2 und CYP3A4.
- Elimination: Halbwertszeit ca. 12–14 h; Ausscheidung etwa 50 % renal, 30 % fäkal.
Dosierung
- Initial: 12,5 mg (1.–2. Tag), langsame Aufdosierung.
- Üblich: 200–450 mg/Tag (Schizophrenie).
- Maximal: Bis 900 mg/Tag (Schizophrenie); bei Parkinson-Psychose max. 100 mg/Tag.
Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Sedierung, Schwindel, Tachykardie, Obstipation, vermehrter Speichelfluss.
- Häufig: Leukopenie/Neutropenie, Gewichtszunahme, Krampfanfälle, orthostatische Hypotonie.
- Wichtige schwere: Agranulozytose, malignes neuroleptisches Syndrom, Myokarditis.
Kontraindikationen
- Knochenmarksschädigung, unzureichende Blutbildkontrolle und schwere Organerkrankungen.
- Knochenmarksdepressive Substanzen (z. B. Carbamazepin).
Wechselwirkungen
- CYP1A2-Inhibitoren erhöhen Plasmaspiegel (z. B. Fluvoxamin, Coffein).
- CYP-Induktoren senken Plasmaspiegel (z. B. Phenytoin, Rifampicin).
- Benzodiazepine/ZNS-dämpfende Substanzen erhöhen Risiko eines Kreislaufkollapses.
Schwangerschaft / Stillzeit
- Anwendung nur unter Vorsicht; begrenzte Daten.
- Stillen nicht empfohlen.
Besondere Hinweise / Monitoring
- Agranulozytose-Risiko → Anwendung nur unter strenger hämatologischer Überwachung.
- Regelmäßige Kontrolle der Neutrophilenzahl (ANC) zwingend erforderlich.
- Risiko für Myokarditis, Krampfanfälle und thromboembolische Ereignisse.
- Monitoring von Stoffwechselparametern und Leberwerten empfohlen.












