Indikationen
- Anästhesie und Analgesie in Notfallmedizin, Intensivmedizin und perioperativer Versorgung (z. B. Allgemeinanästhesie, Regionalanästhesie-Supplementierung, Analgesie bei Intubation)
- Therapie des therapieresistenten Status asthmaticus
- Esketamin (S-Enantiomer) zur Behandlung therapieresistenter Depressionen
Wirkmechanismus
- Nicht-kompetitiver Antagonist am NMDA-Rezeptor
- Beeinflusst zahlreiche neuronale Zielstrukturen:
o HCN1-Kanäle, nikotinische Acetylcholin-Rezeptoren
o Opioidrezeptoren (Delta, Mu), cGMP-System
o AMPA- und metabotrope Glutamatrezeptoren
o cholinerge und monoaminerge Neuromodulation - Antidepressivum: Erhöhte Glutamatfreisetzung → BDNF-Anstieg → mTOR-Aktivierung → Synaptogenese im präfrontalen Kortex
Nebenwirkungen
- Aufwachreaktionen (z. B. lebhafte Träume, Schwindel, motorische Unruhe)
- Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg (≥ 20 % über Ausgangswert)
Wechselwirkungen
- Benzodiazepine/Neuroleptika: Verlängerte Wirkung, reduzierte Nebenwirkungen
- Aminophyllin: Senkung der Krampfschwelle
- Sympathomimetika (alpha- oder beta-agonistisch)/Schilddrüsenhormone: Hypertonie und Tachykardie
- Nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien: Verlängerte Wirkung
- Halothan: Verstärkte anästhetische Wirkung, Risiko für Arrhythmien bei zusätzlichem Epinephrin
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber Ketamin
- Unzureichend behandelter Bluthochdruck (>180/100 mmHg)
- Präeklampsie, Eklampsie
- Nicht behandelbare Hyperthyreose
- Uterusrelaxation kontraindiziert (z. B. Uterusruptur, Nabelschnurvorfall)
Hinweise
- Schwangerschaft/Stillzeit: Anwendung im 1. Trimester und während der Stillzeit meiden; plazentagängig → potenzielle Atemdepression beim Neugeborenen
- Nach Narkose: 12 Stunden keine aktive Teilnahme am Straßenverkehr oder Bedienung von Maschinen









