Anwendung
VEGF-Inhibitoren sind indiziert zur Behandlung von:
Wirkung
VEGF-Inhibitoren (Vascular Endothelial Growth Factor Inhibitors) blockieren die Bindung des VEGF an seine Rezeptoren (VEGFR-1, VEGFR-2 und VEGFR-3) auf der Oberfläche von Endothelzellen. Diese Bindung ist entscheidend für die Aktivierung der Rezeptoren, die durch Phosphorylierung und Aktivierung ihrer Kinase-Domänen Signale in das Zellinnere weiterleiten. Die Hemmung dieser Bindung unterbricht nachgeschaltete Signalkaskaden wie den PI3K/AKT/mTOR-Weg und den MAPK/ERK-Weg, die normalerweise Zellproliferation, Migration und Überleben fördern.
Die Unterbrechung dieser Signale führt zur Hemmung der Angiogenese, wodurch die Neubildung von Blutgefäßen verhindert und das Tumorwachstum eingeschränkt wird. VEGF-Inhibitoren wie Bevacizumab (ein monoklonaler Antikörper) und Tyrosinkinase-Inhibitoren wie Sunitinib blockieren spezifische Schritte in diesen Signalwegen, was zur Reduktion der Tumorvaskularisierung und zur Verlangsamung der Tumorprogression führt.
Nebenwirkungen
VEGF-Inhibitoren haben spezifische Nebenwirkungen, die auf die Hemmung der Angiogenese zurückzuführen sind. Zu den häufigsten und wichtigsten Nebenwirkungen gehören:
- Hypertonie: Eine häufige Nebenwirkung, da VEGF normalerweise die Produktion von Stickstoffmonoxid stimuliert, das eine gefäßerweiternde Wirkung hat. Die Hemmung von VEGF führt zu einer verminderten Gefäßerweiterung und erhöhtem Blutdruck.
- Blutungen ud Thrombosen: VEGF-Inhibitoren können das Risiko für Blutungen und Blutgerinnsel erhöhen. Dies umfasst arterielle Thrombosen, die zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen können.
- Beeinträchtigte Wundheilung: Da VEGF eine Schlüsselrolle bei der Neubildung von Blutgefäßen spielt, kann die Hemmung die Wundheilung verlangsamen oder beeinträchtigen.
- Proteinurie: Das Auftreten von Protein im Urin ist eine mögliche Nebenwirkung und weist auf eine Nierenfunktionsstörung hin.
- Gastrointestinale Perforation und Fisteln: Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen umfassen das Risiko von gastrointestinalen Perforationen und der Bildung von Fisteln.
- Fatigue und Diarrhö: Müdigkeit und Durchfall sind häufige Nebenwirkungen, die bei Patienten auftreten können.
- Hypothyreose: Eine verminderte Schilddrüsenfunktion kann durch die Behandlung mit VEGF-Inhibitoren induziert werden.
- Hand-Fuß-Syndrom: Dieses Syndrom kann Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an Händen und Füßen verursachen.
- Kardiovaskuläre Ereignisse: Herzinsuffizienz und andere kardiovaskuläre Probleme können auftreten, da VEGF-Inhibitoren auch die Blutgefäßneubildung im Herzgewebe beeinträchtigen können.
Wirkstoffe
Zugelassene VEGF-Inhibitoren und ihre Anwendungsgebiete:
- Aflibercept: Verwendet bei der Behandlung von feuchter altersbedingter Makuladegeneration, diabetischem Makulaödem und Makulaödem infolge eines retinalen Venenverschlusses sowie bei metastasierendem kolorektalem Karzinom.
- Bevacizumab: Wird zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt, einschließlich kolorektalem Karzinom, Lungenkrebs, Nierenkrebs und Glioblastom sowie zur Behandlung neovaskulärer Augenkrankheiten wie feuchter altersbedingter Makuladegeneration.
- Cabozantinib: Eingesetzt bei der Behandlung von medullärem Schilddrüsenkarzinom und Nierenzellkarzinom.
- Lenvatinib: Verwendet zur Behandlung von Schilddrüsenkrebs, Nierenzellkarzinom und hepatozellulärem Karzinom.
- Pazopanib: Verwendet zur Behandlung von Nierenkrebs und fortgeschrittenem Weichteilsarkom.
- Ramucirumab: Verwendet zur Behandlung von Magenkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und kolorektalem Karzinom.
- Ranibizumab: Primär zur Behandlung von Augenkrankheiten wie feuchter altersbedingter Makuladegeneration (AMD), diabetischem Makulaödem und Makulaödem infolge eines retinalen Venenverschlusses.
- Regorafenib: Eingesetzt bei der Behandlung von metastasierendem kolorektalem Karzinom, gastrointestinalen Stromatumoren und hepatozellulärem Karzinom.
- Sorafenib: Eingesetzt bei der Behandlung von Leberkrebs, Nierenkrebs und differenziertem Schilddrüsenkrebs.
- Sunitinib: Angewendet bei Nierenkrebs, gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) und neuroendokrinen Tumoren der Bauchspeicheldrüse.