Das Handekzem ist eine häufige entzündliche Erkrankung der Haut an Händen und gegebenenfalls Handgelenken. Es handelt sich nicht um ein einheitliches Krankheitsbild, sondern um ein heterogenes Spektrum unterschiedlicher ätiologischer und morphologischer Subtypen.
Das Handekzem umfasst entzündliche Veränderungen der Hände, die sowohl Epidermis als auch Dermis betreffen und durch charakteristische klinische und histologische Befunde gekennzeichnet sind. Je nach Krankheitsstadium unterscheiden sich die Hautveränderungen. Akut treten vor allem Erytheme, Ödeme, Papeln, Bläschen, Nässen und Krusten auf, während chronische Verläufe durch Schuppung, Lichenifikation, Hyperkeratosen, Fissuren und Rhagaden geprägt sind. Typisches Leitsymptom ist Pruritus. Zusätzlich können Schmerzen, Brennen oder Stechen auftreten.
Ein akutes Handekzem besteht weniger als drei Monate und tritt höchstens einmal jährlich auf. Als chronisches Handekzem gilt ein Ekzem, das länger als drei Monate anhält oder mindestens zweimal innerhalb eines Jahres auftritt. Die Veränderungen können die gesamte Hand betreffen oder auf einzelne Bereiche wie Handflächen, Fingerzwischenräume oder Fingerkuppen begrenzt sein.
Insbesondere chronische Verläufe sind durch Juckreiz, Schmerzen, Funktionseinschränkungen mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit verbunden.
Epidemiologie
Das Handekzem ist eine häufige Hauterkrankung mit einer Einjahresprävalenz von rund 10 % und einer Lebenszeitprävalenz von ca. 15 %.
Frauen sind insgesamt häufiger betroffen, was unter anderem auf Unterschiede bei beruflichen und häuslichen Expositionen sowie eine höhere Prävalenz atopischer Dermatitis zurückgeführt wird. Bei Frauen liegt der Erkrankungsgipfel im jungen Erwachsenenalter, insbesondere in den 20er- und 30er-Jahren. Etwa ein Drittel der Betroffenen entwickelt erstmals vor dem 20. Lebensjahr ein Handekzem. Bei Männern steigt die Inzidenz mit dem Lebensalter sukzessive an. Das Handekzem gilt als die häufigste berufsbedingte Hauterkrankung und kann in Hochrisikoberufen eine Punktprävalenz von bis zu 40 % erreichen, was mit erheblichen sozioökonomischen Folgen einhergeht.
Risikofaktoren
Die Entstehung eines Handekzems wird durch ein Zusammenspiel individueller Veranlagung und äußerer Einflüsse bestimmt. Umweltfaktoren können dabei in bis zu 59 % der Fälle eine ursächliche Rolle spielen.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
Atopische Dermatitis: Eine atopische Dermatitis im Kindesalter sowie schwere oder persistierende Verläufe erhöhen das Risiko deutlich.
Früher Erkrankungsbeginn und Handekzem in der Anamnese
Kontaktallergien
Feuchtarbeit: Häufiger und intensiver Kontakt mit Wasser, Reinigungsmitteln oder das längere Tragen okklusiver Handschuhe erhöht das Risiko. Insbesondere bei Frauen besteht eine dosisabhängige Beziehung zwischen Ausmaß der Feuchtarbeit und Erkrankungswahrscheinlichkeit.
Berufliche Exposition: Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere in Berufen mit regelmäßiger Feuchtarbeit oder Kontakt zu hautirritierenden Substanzen und Allergenen, beispielsweise im Gesundheitswesen, Reinigungsgewerbe, Friseurhandwerk oder in der Metallverarbeitung.
Klima: Kalte, trockene Wetterbedingungen sowie eine geringe Luftfeuchtigkeit schädigen die Hautbarriere und begünstigen dadurch die Entstehung eines Handekzems.
Nikotinkonsum
Psychischer Stress
Pathogenese
Handekzeme werden nach ihrer Ursache in verschiedene ätiologische Formen eingeteilt:
Irritatives Kontaktekzem: Entsteht durch wiederholten oder intensiven Kontakt mit hautreizenden Substanzen, beispielsweise Wasser, Reinigungsmitteln oder Chemikalien.
Allergisches Kontaktekzem: Beruht auf einer Sensibilisierung gegenüber einem Kontaktallergen mit einer Aktivierung des unspezifischen und spezifischen Immunsystems (Typ-IV-Allergie).
Atopisches Handekzem: Tritt insbesondere bei bestehender oder vorausgegangener atopischer Dermatitis auf.
Proteinkontaktdermatitis: Eine durch den Kontakt mit Proteinen ausgelöste IgE-vermittelte allergische Reaktion.
Des Weiteren werden folgende klinische Subtypen unterschieden:
akut rezidivierendes vesikuläres Handekzem
nummuläres Handekzem
hyperkeratotisches Handekzem
Pulpitis (Fingerkuppen-Ekzem)
Mischformen sind häufig, und sowohl Ursache als auch Erscheinungsbild können sich im Verlauf verändern. Eine eindeutige Zuordnung allein anhand des Hautbefundes ist daher häufig nicht möglich.
Symptome
Das klinische Bild des Handekzems verändert sich im Verlauf. Akut zeigt sich typischerweise ein nässendes Erythem mit Ödem und Bläschenbildung sowie Krustenbildung im weiteren Verlauf. Bei einem chronischem Handekzem entwickeln sich Lichenifikation, Schuppung, Hyperkeratosen sowie schmerzhafte Fissuren und Rhagaden. Häufig bestehen bei allen Ekzemtypen Pruritus, Brennen oder Schmerzen, wohingegen Pruritus am häufigsten vorliegt.
Je nach Ursache können bestimmte Hautveränderungen und Lokalisationen überwiegen:
Atopisches Handekzem: Häufig Bläschen, nummuläre Plaques und bei längerem Verlauf Lichenifikation. Besonders oft sind die Handinnenflächen betroffen. Eine Ausbreitung auf die gesamte Hand und das volare Handgelenk ist möglich.
Irritatives Kontaktekzem: Typisch sind Erythem und Schuppung mit Juckreiz sowie gegebenenfalls schmerzhaften Rhagaden. Häufig betroffen sind Handrücken, Streckseiten und Seitenkanten der Finger und Fingerzwischenräume.
Allergisches Kontaktekzem: Meist treten juckende Erytheme mit Bläschen und gegebenenfalls Schmerzen bei Rhagaden im Bereich des Allergenkontakts auf, beispielsweise an Fingerkuppen oder Handrücken.
Proteinkontaktdermatitis: Charakteristisch ist zunächst eine urtikarielle Reaktion mit Quaddeln. Im weiteren Verlauf entstehen Erythem, Schuppung und Infiltration vor allem an den exponierten Hautarealen.
Sonderformen
Daneben werden folgende klinisch-morphologische Subtypen unterschieden:
Akut rezidivierendes vesikuläres Handekzem
Charakteristisch sind zahlreiche dicht gruppierte, klare Bläschen mit ausgeprägtem Juckreiz, insbesondere an Fingern und Handflächen.
Auch die Füße können betroffen sein.
Ätiologisch liegt meist ein irritatives, seltener ein allergisches Kontaktekzem oder eine atopische Dermatitis zugrunde.
Nummuläres Handekzem
Zeigt scharf begrenzte, münzförmige erythematöse Plaques mit Juckreiz, meist im Bereich des Handrückens.
Tritt häufig im Rahmen einer atopischen Dermatitis und seltener als allergisches Kontaktekzem auf.
Hyperkeratotisches Handekzem
Ausgeprägte Hyperkeratosen, Schuppung und schmerzhafte Rhagaden ohne Bläschenbildung.
Tritt vor allem an den Handinnenflächen auf, meist ohne erkennbare exogene oder endogene Ursache.
Pulpitis sicca
Charakterisiert durch trockene, schuppende und schmerzhafte Veränderungen der Fingerkuppen, teilweise auch der Zehenkuppen.
Tritt insbesondere im Zusammenhang mit atopischer Dermatitis auf.
Diagnostik
Die Diagnose des Handekzems basiert auf einer ausführlichen Anamnese, der klinischen Untersuchung und gezielten allergologischen Testungen. Bei unklaren Befunden können mikrobiologische, histologische oder molekulare Untersuchungen ergänzt werden.
Anamnese und klinische Untersuchung
Erfasst werden insbesondere Beginn, Dauer und Verlauf der Erkrankung sowie mögliche Zusammenhänge mit beruflichen oder privaten Expositionen. Zusätzlich sollten folgende Punkte erfragt werden:
Handekzem in der Vorgeschichte
Allergien
Atopie in der Eigen- oder Familienanamnese
Feuchtarbeit sowie Kontakt zu irritativen Substanzen und Allergenen
verwendete Hautpflege- und Schutzprodukte
Begleiterkrankungen und Medikamente
Nikotinkonsum
vorausgegangene Therapien und deren Wirksamkeit
Ausschluss von Differenzialdiagnosen
Neben den Händen sollte das gesamte Integument einschließlich der Füße untersucht werden, da diese bei bis zu 20 % der Betroffenen ebenfalls beteiligt sind.
Epikutantest
Der Epikutantest ist der Goldstandard zum Nachweis einer Kontaktallergie. Er sollte insbesondere durchgeführt werden bei:
Handekzem über mehr als drei Monate
fehlendem Ansprechen auf eine geeignete Therapie
klinischem Verdacht auf ein allergisches Kontaktekzem
Die Auswahl der Allergene richtet sich nach beruflicher und privater Exposition. Ein positives Testergebnis muss hinsichtlich seiner klinischen Relevanz bewertet werden, da eine Sensibilisierung nicht zwangsläufig die Ursache des Handekzems darstellt. Umgekehrt schließt ein negativer Epikutantest eine Kontaktallergie nicht vollständig aus.
Pricktest und spezifisches IgE
Bei Verdacht auf eine Kontakturtikaria oder Proteinkontaktdermatitis ist der Pricktest die bevorzugte Untersuchung. Bei einem Test mit frischen pflanzlichen oder tierischen Lebensmitteln kann ein Prick-zu-Prick-Test für spezifischere und genauere Ergebnisse sinnvoll sein.
Eine ca. 20-minütige direkte Exposition mit dem vermuteten Allergen an der betroffenen Stelle kann ergänzend zum Pricktest die Diagnostik ergänzen.
Zusätzlich können spezifische IgE-Antikörper zur Ermittlung des individuellen Sensibilisierungsprofils bestimmt werden.
Mikrobiologische Diagnostik
Bei klinischen Zeichen einer bakteriellen Sekundärinfektion kann ein Hautabstrich erfolgen. Der häufigste Erreger ist Staphylococcus aureus.
Zusätzlich sollte bei klinischem Verdacht eine Mykose (insb. Dermatophyteninfektion und Candidose) ausgeschlossen werden. Hierfür können Schuppenmaterial oder Hautabstriche mittels Mikroskopie, Kultur oder PCR untersucht werden. Differenzialdiagnostisch sind zudem unter anderem Skabies und bei lokal begrenzter Bläschenbildung eine Herpes-simplex-Infektion zu berücksichtigen.
Hautbiopsie und molekulare Diagnostik
Eine Hautbiopsie ist nur bei unklaren Befunden beziehungsweise zum Ausschluss anderer Erkrankungen wie Psoriasis, Lichen planus oder kutanem Lymphom erforderlich.
Bei klinisch und histologisch schwer unterscheidbarem Handekzem und Psoriasis palmaris kann ergänzend ein molekularer Klassifikator eingesetzt werden. Dieser basiert auf der unterschiedlichen Expression der Gene NOS2 und CCL27 in betroffenen Hautarealen.
Differenzialdiagnostik
Zu den wichtigsten Differenzialdiagnosen von Handekzemen gehören:
Psoriasis
Keratoderma blennorrhagicum (Begleiterkrankung bei reaktiver Arthritis)
Die Behandlung des Handekzems richtet sich nach Ursache, Morphologie, Schweregrad und Krankheitsdauer. Grundlage aller Therapiestufen sind die konsequente Reduktion auslösender Faktoren, Hautschutzmaßnahmen und eine regelmäßige Basistherapie. Bei unzureichendem Ansprechen wird die Behandlung stufenweise intensiviert:
Stufe 1 - leichtes Handekzem
Stufe 2 - mittelschwere bis schwere Formen
Stufe 3 - persistierendes, chronisches oder rezidivierendes höhergradiges Handekzem
Expositionskarenz und Basistherapie
Bei bekanntem Auslöser steht dessen Vermeidung an erster Stelle. Dies betrifft insbesondere Kontaktallergene, irritative Substanzen und Feuchtarbeit. Zusätzlich sollten die Hände mehrmals täglich mit geeigneten Pflegepräparaten behandelt werden. Als Basistherapeutika eignen sich bei akut entzündlichen oder nässenden Ekzemen eher hydrophile Grundlagen, bei trockenen und chronischen Veränderungen lipidhaltigere Präparate. Produkte mit bekannten Kontaktallergenen sollten vermieden werden.
Die supportive Lokaltherapie wird an das klinische Bild angepasst und richtet sich nach der führenden Symptomatik. Bei vesikulären Formen können adstringierende Präparate wie synthetische Gerbstoffe eingesetzt werden. Nässende oder superinfizierte Läsionen können mit (fett-)feuchten Umschlägen und antiseptischen Maßnahmen (z. B. Chlorhexidin, Polyhexanid, Octenidin, Clioquinol) behandelt werden. Bei Hyperkeratosen und Rhagaden können keratolytische Präparate mit Harnstoff oder Salicylsäure eingesetzt werden. Bei lichenifizierten Veränderungen können beispielsweise ichthyolhaltige Externa, Harnstoff und Polidocanol ergänzend eingesetzt werden.
Topische Therapie
Neben den Basistherapeutika werden topische Glukokortikoide zur kurzzeitigen antiinflammatorischen Erstlinientherapie eingesetzt:
Stufe 1: Präparate der Klasse II
Stufe 2: Klasse II–III
Stufe 3: Klasse III, ggf. kurzfristig auch Klasse IV
Nach Abheilung kann zur Rezidivprophylaxe eine intermittierende Erhaltungstherapie mit einem Glukokortikoid der Klasse II oder III erfolgen. Präparate mit geringem atrophogenem Potenzial sind zu bevorzugen (z. B. Prednicarbat oder Methylprednisolonaceponat).
Tacrolimus 0,1 % kann insbesondere beim atopischen Handekzem alternativ oder ergänzend zu Glukokortikoiden eingesetzt werden. Bei anderen ätiologischen Formen erfolgt die Anwendung off-label.
Eine neuere Therapieoption ist Delgocitinib, ein topischer JAK-Inhibitor. Die Creme ist für Erwachsene mit mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem zugelassen, wenn topische Glukokortikoide nicht ausreichend wirksam oder ungeeignet sind. Damit steht erstmals eine spezifisch für diese Patientengruppe zugelassene steroidfreie topische Therapie zur Verfügung.
Phototherapie
Bei mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem (Stufe 2 bis 3), das nicht ausreichend auf eine topische Behandlung anspricht, kann eine lokale Phototherapie durchgeführt werden. Möglich sind insbesondere topische PUVA, Schmalband-UVB mit 311 nm oder UVA1. Aufgrund der kumulativen UV-Belastung eignet sich die Phototherapie nicht für eine dauerhafte Langzeitbehandlung.
Systemische Therapie
Bei schwerem chronischem Handekzem und unzureichender Wirkung lokaler beziehungsweise phototherapeutischer Maßnahmen kommt eine Systemtherapie infrage.
Das Retinoid Alitretinoin ist als systemische Therapie bei Stufe 2 und 3 zugelassen. Ein regulärer Behandlungszyklus kann bis zu 24 Wochen umfassen. Aufgrund der ausgeprägten Teratogenität gelten strenge Vorgaben zur Vorbeugung einer Schwangerschaft.
Bei Therapieresistenz oder Kontraindikationen können Ciclosporin sowie in ausgewählten Fällen Methotrexat, Azathioprin oder Acitretin erwogen werden. Diese werden beim isolierten Handekzem überwiegend off-label eingesetzt.
Systemische Glukokortikoide sind aufgrund ihres Nebenwirkungsprofils nicht zur Langzeitbehandlung geeignet. Sie können lediglich bei ausgeprägten akuten Schüben kurzfristig, beispielsweise als Überbrückung bis zum Wirkungseintritt einer anderen Systemtherapie, eingesetzt werden.
Bei einem Handekzem im Rahmen einer mittelschweren bis schweren atopischen Dermatitis können zudem für die atopische Dermatitis zugelassene zielgerichtete Systemtherapien wie Dupilumab oder systemische JAK-Inhibitoren als Off-Label-Use infrage kommen. Ihre Indikation richtet sich dabei primär nach der zugrunde liegenden atopischen Dermatitis und nicht nach einem isolierten Handekzem.
Prognose
Der Verlauf des Handekzems ist variabel. Akute irritative oder allergische Ekzeme können bei frühzeitiger Identifikation und konsequenter Vermeidung des Auslösers vollständig abheilen. Chronische Handekzeme zeigen dagegen häufig einen rezidivierenden Verlauf mit wechselnden Phasen von Remission und Exazerbation. Eine hohe initiale Krankheitsaktivität, häufige Schübe und zusätzliche Ekzeme an anderen Körperregionen sind mit einer ungünstigeren Prognose assoziiert.
Chronische und insbesondere berufsbedingte Handekzeme können erhebliche psychosoziale und sozioökonomische Folgen haben. Einschränkungen der manuellen Tätigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder ein Wechsel der beruflichen Tätigkeit sind möglich. Entsprechend sind eine frühe Diagnostik und ein konsequentes Expositionsmanagement prognostisch von besonderer Bedeutung.
Prophylaxe
Ziel der Prävention ist es, hautschädigende Expositionen möglichst früh zu erkennen und zu reduzieren. Besonders in Risikoberufen sollte bereits während der Ausbildung und anschließend regelmäßig über geeignete Hautschutzmaßnahmen geschult werden. Dies betrifft insbesondere Beschäftigte im Gesundheitswesen, Friseur- und Reinigungsgewerbe sowie in der Lebensmittelverarbeitung.
Am Arbeitsplatz orientieren sich präventive Maßnahmen am STOP-Prinzip:
Substitution/Elimination: Vermeidung oder Ersatz hautreizender bzw. allergener Stoffe durch weniger belastende Alternativen.
Technische Maßnahmen: Reduktion der Exposition, beispielsweise durch Automatisierung, geschlossene Systeme, Absaugungen oder Spritzschutz.
Organisatorische Maßnahmen: Begrenzung belastender Tätigkeiten, Wechsel zwischen Feucht- und Trockenarbeit sowie gegebenenfalls Freistellung erkrankter Personen von hautschädigenden Tätigkeiten.
Personenbezogene Maßnahmen: Geeignete Schutzhandschuhe, Hautschutz- und Pflegepräparate sowie regelmäßige Schulungen zum richtigen Hautschutz.
Zusätzlich sollte auf eine schonende Händereinigung geachtet werden:
Milde Syndets sind aggressiven Reinigungsmitteln vorzuziehen.
Mechanische Reinigung mit Bürsten sollte vermieden werden.
In medizinischen und pflegerischen Berufen sind alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel bei entsprechender Indikation häufig hautschonender als wiederholtes Waschen mit Wasser und Seife.
Bei ersten Zeichen eines berufsbedingten Handekzems sollten frühzeitig Maßnahmen der Sekundärprävention eingeleitet werden, um Rezidive und eine Chronifizierung zu verhindern. Hierzu gehören insbesondere individuelle Beratung, Schulung und die Anpassung des Hautschutzes. Bei schwerem oder chronischem Handekzem kommen ergänzend Maßnahmen der Tertiärprävention zum Einsatz, um Krankheitsaktivität, funktionelle Einschränkungen und berufliche Folgen langfristig zu reduzieren.
Worm et al. (2022): The pan-JAK inhibitor delgocitinib in a cream formulation demonstrates dose response in chronic hand eczema in a 16-week randomized phase IIb trial. Br J Dermatol, DOI: 10.1111/bjd.21037.
Thyssen et al. (2010): The epidemiology of hand eczema in the general population – prevalence and main findings. Contact Dermatitis, DOI: 10.1111/j.1600-0536.2009.01669.xp.
Hinweis: Bei der Recherche, Strukturierung oder Erstellung dieses Beitrags können KI-gestützte Werkzeuge unterstützend eingesetzt worden sein. Die fachliche Verantwortung, Quellenprüfung und redaktionelle Freigabe erfolgen durch Autor:innen und Redaktion.